Niederschmetternder Bericht
Katholische Pädagogik liess Kinder in Luzerner Heimen leiden
publiziert: Mittwoch, 26. Sep 2012 / 14:53 Uhr
Stigmatisierung, Repression und Sexualmoral führten zu Misshandlung. (Symbolbild)
Stigmatisierung, Repression und Sexualmoral führten zu Misshandlung. (Symbolbild)

Luzern - Die Situation für die Kinder in Luzerner Heimen zwischen 1930 und 1970 war niederschmetternd. Dass Kirchenleute dabei mitwirkten, wirft ein Schatten auf das Engagement der Kirche. In Luzern wurden am Mittwoch zwei Berichte von Kanton und katholischer Kirche vorgestellt.

Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
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Ausgelöst wurde die Aufarbeitung der Vergangenheit der Kinder- und Jugendheime von Stadt und Kanton Luzern 2010 durch den vom Schweizer Fernsehen ausgestrahlten Dokumentarfilm «Das Kinderzuchthaus» von Beat Bieri. Darin ging es um die Erziehungsanstalt Rathausen bei Luzern.

Die Luzerner Regierung reagierte umgehend, richtete eine Anlaufstelle für Betroffene ein und gab bei Professor Markus Furrer von der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz einen Bericht in Auftrag. Schon 2008 hatte die katholische Kirche des Kantons Luzern eine Analyse bei Professor Markus Ries von der Universität Luzern in Auftrag gegeben.

Das Fazit ist niederschmetternd. Zwar berichten die 54 befragten ehemaligen Heimkinder auch von positiven Erlebnissen, doch dominieren die negativen Erinnerungen deutlich. Es fehlte an Zuwendung, sie fühlten sich ohnmächtig und alleingelassen, diskriminiert und zurückgesetzt. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtete von sexueller Gewalt.

Stigmatisierte Heimkinder

Ein Problem ortet der Bericht des Kantons in der Geringhaltung der Kosten, die sich auf die Qualität der Heimerziehung auswirkte. Zu wenig Personal betreute zu viele Kinder. Und diese sollten möglichst noch für Einnahmen sorgen, während die Schulbildung nur einen geringen Stellenwert hatte. Dazu kamen Behördenwillkür, unklare Zuständigkeiten und Verfilzungen bei der Aufsicht.

Heimkinder, beispielsweise von alleinstehenden Müttern, wurden stigmatisiert. Sie galten als «mitschuldig» und sie verinnerlichten die Schuldgefühle. Schliesslich herrschte ein repressives, militärisches Strafwesen, das auch vor Foltermethoden wie dem Unterwasserdrücken des Kopfes nicht zurückschreckte.

Das breite kirchliche Engagement in den Heimen wurde durch den Sparkurs der öffentlichen Hand begünstigt: Ordensleute arbeiteten für «Gotteslohn». 15 Kinder- und Jugendheime gab es von 1930 bis 1970 im Kanton Luzern; sie betreuten zwischen 540 und 750 Kinder. In mindestens zehn Heimen arbeitete Ordenspersonal.

Katholische Pädagogik trug zur Misere bei

Der Bericht der katholischen Kirche sieht die Ursachen für die Misshandlungen in einer generellen Geringschätzung der Heimkinder, in fehlendem und unqualifiziertem Personal sowie ungenügender Infrastruktur. Das Wohl der Kinder kam erst an zweiter Stelle.

Nicht zuletzt aber trug die katholische Pädagogik, zu der wesentlich das Strafen und Leiden gehörte, zum Leiden bei. Ordensleute übertrugen das spirituelle Ideal der Demut auf die Kinder und zwangen es ihnen auf. Abhängigkeiten sowie eine unreflektierte oder unreife Sexualität begünstigten den Missbrauch.

Bitte um Entschuldigung

Der Kirche empfiehlt Markus Ries, «Schuld und Schuldige zu benennen». Darüber hinaus sei eine Auseinandersetzung über die Sexualität notwendig. Bischofsvikar Ruedi Heim vom Bistum Basel drückte sein Bedauern über das Unrecht aus und bat um Entschuldigung. Endlich sei die Sicht der Opfer dokumentiert. Viele von ihnen hätten die Erfahrung gemacht, dass man ihnen nicht geglaubt habe.

(bert/sda)

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Luzern - Zwischen 1930 und 1970 haben in Luzerner Kinder- und Jugendheimen Einzelpersonen und Behörden grosse Fehler begangen, und die Strafpraktiken überschritten in vielen Fällen ein damals akzeptiertes Mass deutlich. mehr lesen 
Ja, aber das bringt nicht viel!
Man muss die Religionen alle aktiv bekämpfen!
Der Papst hat sich einst erdreistet, die oberste Macht der Welt zu sein, wie erinnern uns alle an den Geschichtsunterricht und an den Gang nach Canossa, wo es exakt darum ging. Wir erinnern uns auch an die Aufteilung der Welt in Ost und West, der wir in Südamerika die beiden Sprachen Spanisch und Portugiesisch verdanken. Auch der Islam, und der ganz besonders, ist eine politische Religion. Auch da erinnern wir uns an die Anfänge. Mohammed wurde aus politischen Gründen nach Medina gerufen, wo er dann einen Gottesstaat errichtete, den eigentlich dort gar niemand wollte. Und was wollen eigentlich die jüdischen Orthodoxen? Einen Gottesstaat mit Frauenunterdrückung und Religionszwang, exakt genau das, was auch muslimische Extremisten wollen. Viele "Gottesstreiter“, wie auch immer die sich nennen und welcher Religion sie auch angehören, wollen allen Menschen ihrem Willen unterwerfen.
Also, so gut das auch gemeint ist mit dem Austritt, er ist auch richtig, aber er genügt nicht. Und aus dem Islam kann man gar nicht austreten, der ist nach Meinung der Gläubigen so wie eine Rekonstruktion einer „ehemaligen Weltreligion“, die lediglich einmal in Vergessenheit geriet, und auf Austritt besteht die Todesstrafe! Schliesslich sind nach dieser Theorie, alle Menschen Muslime und alle anderen ganz einfach Ungläubige.
Das Leiden von Menschen ist den Religionen völlig gleichgültig, das Sündigen am Menschen auch, es geht allen nur um Macht. Die Katholiken, und noch in viel stärkerem Masse die Reformierten, sehen ja im Leiden nur eine Strafe Gottes! Also von denen kann man gar nichts, aber auch gar nichts Vernünftiges erwarten.
schon wieder die Kirche
vielleicht wacht nun auch der letzte Ur-Katholik auf und realisiert dass diese Kirche ein menschenverachtendes Gebilde ist. Mein Tipp: Austritt!!
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