Kaufbare Schnellbehandlung in Spitälern?
publiziert: Montag, 18. Aug 2008 / 17:32 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Aug 2008 / 20:33 Uhr

Bern - Es geht nicht an, dass sich grundversicherte Patienten im Spital gegen Aufpreis eine schnellere Operation sichern. Dies haben Vertreter der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) und der Ärzteverbindung FMH in Bern betont.

Regierungsrat Carlo Conti, Gesundheitsdirektor des Kantons Basel-Stadt.
Regierungsrat Carlo Conti, Gesundheitsdirektor des Kantons Basel-Stadt.
1 Meldung im Zusammenhang
Laut einem Bericht der Zeitung «Sonntag» soll das Kantonsspital Aarau (KSA) einem Patienten mit Hüftproblemen angeboten haben, für einen Aufpreis von 4000 Franken früher und vom Chefarzt operiert zu werden. Dies wirft die Frage auf, welche Sonderangebote für grundversicherte Patienten zulässig sind.

Akzeptabel

Laut dem Basler Gesundheitsdirektor Carlo Conti spricht nichts dagegen, dass Grundversicherte im Spital die Differenz zwischen dem Beitrag der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und dem Tarif für die Privatabteilung aus der eigenen Tasche bezahlen. Dies sei sogar üblich, sagte der GDK-Vizepräsident vor den Medien.

Nicht akzeptabel

Nicht akzeptabel wäre es nach Auskunft Contis hingegen, wenn ein Patient gegen Aufpreis die Reihenfolge der medizinisch indizierten Behandlungen beeinflussen oder umkehren könnte. Solches sei auch im Kantonsspital nicht Praxis. Die GDK werde das Thema an der Vorstandssitzung vom Donnerstag erörtern.

«Auf der allgemeinen Abteilung müssen für alle Patienten die gleichen Bedingungen gelten», sagte auch FMH-Präsident Jacques de Haller am Rande der Medienkonferenz zum neuen Modell für die Nachfolge des Ärztestopps. Im Übrigen sei die Qualität der medizinischen Versorgung hier so hoch wie in der Privatabteilung.

Bundespräsident Pascal Couchepin hatte gegenüber dem «Sonntag» angekündigt, er werde das Programm «Hospitality» des KSA und ein ähnliches Angebot des Kantonsspitals St. Gallen prüfen lassen.

(li/sda)

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wozu die Aufregung?
Hier kann ich nun gar nicht nachvollziehen, wozu denn hier Hektik und grosses Lamentieren ausbrechen soll! Ist doch völlig marktwirtschaftlich und korrekt?

Dies müsste doch eigentlich sogar das völlig logische Modell sein und grundsätzlich ist mir schleierhaft, dass dieses Vorgehen nicht der Normalfall ist! So kann sich doch jedermann über die Grundversicherung für die zwingend nötigen Leistungen abdecken. Falls nun mal aber eine komplizierte Operation ansteht oder es ist ein etwas intimerer Eingriff und man wünschte sich ausnahmsweise mal Ruhe oder eine bevorzugte Behandlung, dann kann man sich als Patient eine bessere Behandlung erkaufen! Wo ist das Problem?

Ist es vielleicht einfach der Neid oder die Eifersucht, welche hier wiedermal grosse Wellen schlagen will?

Wir diskutieren bei diesem Modell ja nun nicht, warum sich einige Menschen mehr kaufen und entsprechend über mehr Geld verfügen als andere. Das ist nun mal Fakt und wie gesagt hier nicht das Thema. Wer aber normalerweise Vorderschinken für sein Sandwich kauft, weil dieser günstiger ist, nun aber mal das Bedürfnis und einen besonderen Anlass hat und ein paar Franken mehr investieren will, der kauft sich nun ausnahmsweise vielleicht auch mal Lachs zwischen die Brothälften! Na und? Ist doch sein gutes Recht!
Und wer nun im Spital liegt und mit seiner Grundversicherung im Mehrbettzimmer ganz zufrieden ist, sich aber dafür entscheidet doch lieber vom Chefarzt persönlich operiert zu werden und dazu vielleicht sogar noch den Turbozuschlag zu zahlen bereit ist, wer will ihm das nun streitig machen? Das Recht hat ja dann jeder und dann kann man über solche Leistungen auch diskutieren! Was soll das Theater? Leistungen kosten immer! Ich sehe hinter dem Vorgehen des Spitals Aarau nicht das geringste Problem, auch wenn ich generell eher sozial eingestellt bin und für Gerechtigkeit unter den Menschen einstehe. Aber dies hier IST keine Ungerechtigkeit. Ungerecht wäre höchstens, wenn der grundversicherte Patient schneller und vom Chefarzt behandelt würde, bloss weil er einen promimenten Namen hat - bevorzugung zum gleichen Preis also, das wäre unfair und eine fette Schlagzeile wert!
Stimmt nachdenklich, aber...
... wir haben in der Schweiz wohl immer noch eine der besten ärztlichen Versorgungen weltweit. Dass es allgemein, halbprivat und privat Versicherte gibt, ist eine alte Geschichte und mehr oder weniger akzeptiert. Dass ich nun als allgemein Versicherter per Aufpreis mir Leistungen aus den anderen Versicherungsvarianten zukaufen kann, sehe ich sogar eher als Service als ärgerliche Sache. Hauptsache ist doch, dass wir eine funktionierende Grundversicherung haben.
Eine Frage der Priorität
Eine Privatversicherung kann sich meiner Meinung nach fast Jeder leisten. Es ist nur eine Frage der Priorität und wie wichtig es einem ist. Ich verzichte gerne darauf pro Monat weniger für Ausgang und Vergnügen auszugeben und diesen Betrag in meine Gesundheit zu investieren. Wenn nur ein Ausgang pro Monat gestrichen würde, könnten sich viele privat Versichern. Den Meisten Leuten ist gemäss Umfragen die Gesundheit am wichtigsten, investieren wollen aber die meisten dafür nicht. Schussendlich finannzieren die privat Versicherten bei nicht Bezug von Leistungen einen grossen Teil der normal Versicherten. Ich persönlich bin auch kein Grossverdiener. Also alles eine Frage der Prioritäten.
Ja, wenn Sie es sich leisten können, sich privat versichern zu lassen, ....
... dann gratuliere ich Ihnen! Ich kann mir diese hohen Privatversicherungs-KK-Prämien gar nicht leisten! Und so geht es (vermutlich) den meisten in diesem Land!

Dies ist auch nichts Neues!! Wir haben heute bereits eine (ich möchte sogar sagen) Dreiklassengesellschaft! Und es wird vermutlich noch schlimmer.

Die Solidarität zwischen den Gutverdienenden und den Wenigverdienenden ist leider schon lange dahin und kaputt getrampelt worden (durch die BÜRGERLICHEN) und nachlässig behandelt worden durch die sozial, chistlich, u.ä. sich nennende Volksgruppen, Parteien ... Dazu zähle ich persönlich auch die SP, die jetzt endlich sich darauf besinnen sollte, wer sie bisher gewählt hat!

Das ist doch nichts Neues und Alltag in Spitälern !
Leider wahr - vor 2 Jahren ist mir genau das passiert. Ich war allgemein versichert. Der Arzt (Hirslanden Klinik) erzählte mir, ich könne in 2 Monaten operieren kommen (da kein Notfall). ODER ich bezahle CHF 4000.- und könne bereits am Donnerstag (dies waren 3 Tage später!) operieren. Leider habe ich mich auf das Ganze eingelassen...... die Operation ging daneben und das Geld war auch weg. Besser ist es sich Zweitmeinugen einzuholen und sich nicht auf solche Abzocken einzulassen! Heute bin ich privat versichert.
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