Kaum Bewegungsfreiheit für Schweizer Helfer in Birma
publiziert: Montag, 12. Mai 2008 / 17:33 Uhr / aktualisiert: Freitag, 12. Nov 2010 / 13:58 Uhr

Bangkok - Das Elend der über 1,5 Millionen Opfer des Wirbelsturms «Nargis» in Birma hat auch zehn Tage nach der Katastrophe kein Ende: Zwar lässt die Militärjunta mehr ausländische Hilfe ins Land, die Militärs wollen diese aber selbst verteilen.

Die Militärjunta schränke die Bewegungsfreiheit der Helfer ein.
Die Militärjunta schränke die Bewegungsfreiheit der Helfer ein.
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Die Regierung gibt die Zahl der Toten inzwischen mit gut 28'000 an. Über 33'000 gelten als vermisst. Die UNO geht dagegen von bis zu 100'000 Toten aus.

Heute Montag landeten mehrere Flüge mit Hilfsgütern in der Hafenstadt Rangun, darunter der erste Flug aus den USA. Die Amerikaner hatten darüber eine Woche lang verhandelt und sich schliesslich der Aufforderung gebeugt, die Hilfsgüter beim Militär abzugeben.

Die Versorgung der Überlebenden bleibt unzureichend; viele Orte wurden noch nicht einmal von Helfern erreicht, wie die Regierung erstmals zugab.

Hilfe läuft nicht auf Hochtouren

«Normalerweise läuft die Hilfe in einer Situation wie dieser nach drei, vier Tagen auf Hochtouren» - das sei aber leider nicht der Fall, sagte Terje Skavdal vom UNO-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) in Bangkok.

Problem sei die Junta, die zuwenig Hilfstransporte erlaube. Zudem könnten nur UNO- und Hilfsorganisationen, die einheimisches Personal im Land haben, die Verteilung selbst organisieren.

Hilfsorganisationen rechnen mit Seuchen wie Cholera und Diphterie. Dadurch könnten in den nächsten Wochen mehr Menschen sterben als beim Tsunami 2004, wurde gewarnt. Damals kamen etwa 220'000 Menschen ums Leben.

Eine Tasse Reis pro Familie

Aus dem verwüsteten Irrawaddy-Delta strömen nach Angaben von Hilfsorganisationen Hunderttausende in weniger zerstörte Gebiete. Die Regierung händige nur eine Tasse Reis pro Familie aus.

Obwohl die Helfer überfordert sind und dringend auch medizinisches Personal benötigt wird, lässt die Junta weiter nur einzelne Helfer einreisen.

Trotz der Katastrophe zog die Junta am Samstag das Referendum über die neue Verfassung durch. Ausser in den Katastrophengebieten waren die Birmesen an die Urnen gerufen, um per Stimmzettel die Macht der Militärs zu zementieren.

(tri/sda)

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