Keckeis sieht Armee als Prügelknaben
publiziert: Sonntag, 6. Mai 2007 / 09:59 Uhr / aktualisiert: Samstag, 16. Jun 2007 / 15:57 Uhr

Bern - Der Schweizer Soldat soll seine Militärwaffe weiter zu Hause aufbewahren. Zumindest wenn es nach Armeechef Christophe Keckeis geht. In der Diskussion über die hohe Zahl von Selbstmorden sieht er die Armee als Prügelknaben missbraucht.

Ein Regimewechsel würde das «Obligatorische» verunmöglichen, so Keckeis.
Ein Regimewechsel würde das «Obligatorische» verunmöglichen, so Keckeis.
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Jeder Tote sei ein Drama und Folge eines Problems der Gesellschaft, in der es leider einzelne Ausreisser gebe, sagte Keckeis in Interviews, die im «SonntagsBlick» und in der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» erschienen sind. Trotzdem: «Ein Soldat ohne Waffe ist kein Soldat.»

Für Keckeis steht daher ausser Frage, dass Armeeangehörige ihre Sturmgewehre und Ordonanzpistolen auch künftig mit nach Hause nehmen sollen. «Wir hätten doch ein riesiges Glaubwürdigkeitsproblem, wenn wir unseren Soldaten keine Waffe mehr anvertrauen würden», sagte er.

Die Aussage des Zürcher Kriminologen Martin Killias, dass jährlich rund 300 Menschen durch Armeewaffen sterben, mag der höchste Schweizer Militär nicht glauben. Diese Zahl sei eine Hochrechnung. «Weil es aber keine nationale Statistik gibt, kann ich das Gegenteil nicht beweisen.»

Das «Obligatorische» nicht im WK

Ein Grund, weshalb sich Keckeis gegen einen Regimewechsel ausspricht, ist das Obligatorische. Dieses könnte aus Keckeis' Sicht nicht mehr geschossen werden. Das Obligatorische im WK durchzuführen, hält er aus zeitlichen Gründen nicht für möglich: «Das braucht Ausbildungszeit, die wir nicht haben», hielt er fest.

Wenig Freude macht ihm auch eine Motion der ständerätlichen Sicherheitskommission. Diese will, dass Taschenmunition nur noch jenen 2000 Wehrmännern heimgegeben werden, die für Ersteinsätze vorgesehen sind. «Dies ist nicht der Wille des Chefs der Armee», bezieht er dazu Stellung.

(ht/sda)

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