Kein Ende der Waldbrände abzusehen
publiziert: Donnerstag, 29. Jul 2004 / 17:30 Uhr

Madrid/Lissabon - Die Waldbrände auf der Iberischen Halbinsel nehmen kein Ende. Das Grossfeuer in der südspanischen Provinz Huelva vernichtete bereits mehr als 14 000 Hektar Korkeichen, Eukalyptus-Bäume und Buschland.

Das Feuer war an drei Fronten weiter ausser Kontrolle. (Bild: Archiv)
Das Feuer war an drei Fronten weiter ausser Kontrolle. (Bild: Archiv)
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Wie die Behörden mitteilten, mussten mehrere Dörfer evakuiert werden, Hunderte Menschen verbrachten die zweite Nacht in Folge in Notquartieren. Zwei Brandherde konnten zwar eingedämmt werden, das Feuer war aber an drei Fronten weiter ausser Kontrolle und erreichte inzwischen die benachbarte Provinz Sevilla.

Die Feuersbrunst griff auch auf den Naturpark La Pata del Caballo über, der als grüne Lunge der Region gilt. Mehr als 500 Feuerwehrleute und 30 Löschflugzeuge sind im Einsatz. Die Arbeiten wurden erleichtert, weil die Temperaturen zurückgegangen und der Wind etwas nachgelassen hatte.

Ein weiterer Brand brach in der Nacht südlich von Madrid aus. Das Feuer vernichtete nahe der Ortschaft San Martín de la Vega mehr als 1000 Hektar Baumbestand und Gebüsch. Auch ein Naturschutzgebiet wurde in Mitleidenschaft gezogen, wie die Behörden mitteilten.

Auf portugiesischer Seite, rund 150 Kilometer westlich, kämpfte die Feuerwehr weiter gegen einen Waldbrand bei Loulé im Hinterland der Algarve-Küste an. Touristengebiete sind zurzeit jedoch nicht gefährdet.

Östlich von Lissabon zerstörte ein Feuer zudem ein Kloster aus dem 15. Jahrhundert. Ursache sei vermutlich ein Kurzschluss gewesen, hiess es.

Rund 1000 Feuerwehrleute sind in Portugal landesweit im Einsatz. Auf Kritik bei Umweltschützern stiess die Entscheidung der Regierung, Lösch-Helikopter aus Deutschland, Norwegen und Grossbritannien abzulehnen.

Sie seien derzeit nicht notwendig, teilte das Innenministerium mit. Die Feuerwehr hatte dagegen den Mangel an solchen Maschinen beklagt.

(bert/sda)

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