Kein Lösegeld für entführte Italiener
publiziert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 14:23 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 14:41 Uhr
Aussenminister Giulio Terzi di Sant'Agata.
Aussenminister Giulio Terzi di Sant'Agata.

Rom - Italien will nicht mehr für im Ausland entführte Touristen zahlen. Zwölf Millionen Euro sind zuletzt aus den fast leeren Staatskassen in Rom geflossen, um fünf in Afrika und in Indien entführte Touristen zu retten.

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Dem Aussenministerium sind die Ausgaben zur Rettung der gekidnappten Italiener zu teuer geworden. So teilte Aussenminister Giulio Terzi di Sant'Agata mit, dass Touristen, die sich Gefahren im Ausland aussetzen, für die Repatriierungskosten aufkommen werden. Zu dem Betrag zählen laut Medienangaben auch Lösegelder, bestätigt wurde das von der Regierung in Rom jedoch nicht.

Acht Millionen Euro soll das Aussenministerium nach Angaben der Mailänder Tageszeitung «Il Giornale» (Mittwochausgabe) für den Italiener Sergio Cicala und seine Frau Philomene Kabore ausgegeben haben. Sie waren 2009 von Al Kaida-Terroristen entführt worden, während sie im Auto zwischen Mauretanien und Burkina Faso unterwegs waren, weil sie Angehörige der aus der Gegend stammenden Frau besuchen wollten.

Drei Millionen Euro musste die Regierung in Rom für die Florentiner Touristin Sandra Mariani zahlen, die im vergangenen April nach einer 14-monatigen Geiselhaft in der algerischen Sahara befreit worden war.

Gesinnungsgenossen frei

Eine Million Euro kostete Rom zudem die Freilassung des Seglers Bruno Pelizzari und seiner südafrikanischen Freundin, die von Piraten vor der Küste Somalias gekidnappt wurden und 20 Monate lang in Geiselhaft verbringen mussten. Das Paar kam im vergangenen Juni wieder frei.

Auch für Paolo Bosusco, der im März von maoistischen Rebellen im ostindischen Unionsstaat Orissa entführt worden war und nach einem Monat Geiselhaft befreit werden konnte, musste das Aussenministerium zahlen.

Die Entführer hatten für die Freilassung des Italieners die Befreiung von inhaftierten Rebellen und zahlreiche weitere Zugeständnisse erhalten.

(bert/sda)

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Petra D'Odorico ist PostDoc an der Professur für Graslandwissenschaften, an der ETH-Zürich.
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