Kein Rezept zur Bewältigung von Grossveranstaltungen
publiziert: Freitag, 14. Sep 2012 / 18:19 Uhr
Trotz aller Sicherheitsbemühungen ist eine Grossveranstaltung mit «Null Risiko» nicht möglich.
Trotz aller Sicherheitsbemühungen ist eine Grossveranstaltung mit «Null Risiko» nicht möglich.

Zürich - Für die Bewältigung von Grossveranstaltungen gibt es kein Rezept. Jeder Anlass unterscheidet sich. Gemeinsam ist allen, dass sie akribisch vorbereitet werden müssen und dass am Einsatz selbst Information und Kommunikation einwandfrei funktionieren.

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Rund 300 Sicherheitsfachleute aus der ganzen Schweiz nahmen am Freitag in Zürich am Kongress zur urbanen Sicherheit der Konferenz der städtischen Polizeidirektorinnen und -direktoren teil. Zentrales Thema war «Sicherheitsmanagement bei Gross- und Sportveranstaltungen».

Die Referenten waren sich einig: Ein Rezept gibt es nicht. Jede Veranstaltung unterscheidet sich von der anderen. Ein Fussballspiel zieht andere Fans an als ein Schwingfest, die Stimmung an einem Rockkonzert ist eine andere als an einer Klassikveranstaltung. Und wieder anders ist es bei Volksfesten. Dennoch: Einige gemeinsame Faktoren gelten laut den Fachleuten für alle Veranstaltungen.

Ohne Sicherheit kein Erfolg

Sicherheit sei einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg einer Grossveranstaltung, sagte der Stadtpräsident von Nyon, Daniel Rossellat. Er ist gleichzeitig Gründer und Präsident des Paléo Festivals. Zur Vorbereitung gehöre unter anderem eine Analyse aller denkbaren Szenarien und das entsprechende Vorgehen.

Rossellat wies darauf hin, dass trotz aller Bemühungen eine Grossveranstaltung mit «Null Risiko» nun einmal nicht möglich sei. Trotz umsichtiger Vorbereitung blieben stets viele Unbekannte und Risiken. Nicht zuletzt gelte es auch, das richtige Mass bei den Sicherheitsvorkehrungen zu finden: Falsch dosierte Massnahmen zerstörten die Stimmung, sagte Rossellat.

Mögliche Panikursachen verhindern oder entschärfen

Unabdingbar bei der Vorbereitung einer Grossveranstaltung sei es, mögliche Ursachen einer Panik, wie etwa allzu dichte Menschenmengen und Engpässe zu verhindern oder zu entschärfen, sagte Christian Zacherle von der Polizeidirektion der deutschen Stadt Heidelberg. Namentlich zu enge Platzverhältnisse seien hochgefährlich.

Zentral seien auch klare Informationen ans Publikum und eine funktionierende Kommunikation unter den Einsatzkräften. Auch moderne Kommunikationsmittel gelte es zu nutzen. Etwa ein unabhängiges Handynetz für sämtliche Einsatzkräfte oder eine auf die Veranstaltung zugeschnittene Handy-App mit allen wichtigen Informationen.

Der Kongress zur urbanen Sicherheit wurde am Freitag zum zehnten Mal durchgeführt. Jedes Mal geht es um ein anderes Thema. Interessant für die Teilnehmenden ist neben dem fachlichen Aspekt auch das Zusammenkommen vieler Fachleute aus der ganzen Schweiz.

(asu/sda)

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