Kein zweites «Munich»
publiziert: Freitag, 24. Feb 2006 / 11:14 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Feb 2006 / 11:43 Uhr

«Munich», Der neue Hollywood-Film von Steven Spielberg erzählt die Geschichte und die unmittelbaren Folgen vom Terror-Anschlag auf die Israelische Olympiamannschaft im Olympischen Dorf von München 1972. Terror ist auch heuer wieder ein Thema bei den Olympischen Spielen.

Und dies erst recht bei der Dänischen Delegation seit den sogenannten «Karikaturen-Unruhen» in den muslimisch geprägten Staaten wegen der satirischen Zeichnungen über den Propheten Mohammed, welche ursprünglich in Dänemark in Umlauf kamen und publiziert wurden.

Turins Bürgermeister Sergio Chiamparino und Valentino Castellani vom IOC haben beide öffentlich mehrmals gesagt, dass Turin die sicherste Olympiastadt aller Zeiten sein werde. Die Athleten werden von 10'000 Polizisten beschützt und die zudem unterstützt von der Armee.

Die Dänische Delegation geniesst an den Olympischen Spielen eine «Sonderbewachung». Der Dänische Team-Delegationsleiter Jesper Larsen Frigast bestätigt: «Wir wurden informiert, dass es bei allen Olympischen Spielen eine Liste gibt mit Delegationen, die man besonders gut schützen müsse. Traditionell sind dies die USA, Israel und je nach politischer Lage auch andere. Nun sind wir erstmals auf dieser Liste und werden genauer beobachtet und geschützt als andere Delegationen. Wir betrachten dies nicht als hinderlich und versuchen alles ganz normal zu tun, was wir zu tun haben. Wir werden keine Bodyguards haben und können auch normal in Turin uns bewegen. Wir lassen uns die Spiele nicht verderben.»

Auch die über Zehntausend Presseleute in Turin können sich sicher fühlen. Der Italienische Innenmisnister Giuseppe Pisanu machte aus dem Thema Sicherheit eine Chefsache. Turin hat eine relativ grosse Muslimische Gemeinde von ungefähr 10'000 Mitgliedern. Die meisten geben sich versöhnlich, aber dennoch wurde ein lokaler Hassprediger kurz vor den Spielen von Italien ausgewiesen. Er stellte eine Gefahr dar mit seinen Hetzkampagnen. Von der NATO gibt es auch Unterstützung mit Patrouillen ausserhalb der Olympiastadt.

Im Bereich Sicherheit wurde kein Cent gespart, aber dafür wird man den Gedanken nicht los, dass ausser im Stadtzentrum an der «Medals Plaza» von Turin und an einigen Standpunkten in den Bergen der Olympische «Geist» sich entweder verirrt oder gar nie angekommen ist. Der sprichwörtliche «Olympic Spirit» scheint um Turin einen Umweg gemacht zu haben oder er ist in Sestriere, Bardonecchia oder Pragelato im Schnee hängen geblieben. «Wo ist hier der Olympische Spirit?», beklagte sich auch unser Taxifahrer, der eigentlich so gut wie nie mitbekommen hat, was sich in der Olympiastadt tut.

Auch das lokale TV und die Nachrichtensendungen kümmern sich wenig, ja zu wenig um die Olympischen Spiele. Einzig die farbenfroh bekleideten Fans in der Stadt lassen ausserhalb der Medals Plaza-Zone vermuten, dass hier ein Grossereignis mit weltweiter Resonanz.

Immerhin gab es am Freitagabend einen ganz grossen Höhepunkt mit dem Auftritt von Anastacia an der Medals Plaza und den beiden Goldmedaillen-Ehrungen von Pedersen und Frieden mit Schweizer Nationalhymne. Da war die Stimmung auf dem Siedepunkt in Turin. Wohl aber eher wegen des Konzerts des Superstars als wegen der beiden Schweizerinnen.

(Joel Wüthrich, Turin/news.ch)

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