Karrubi wird abgeschottet
Keine Besuche für Oppositionsführer im Iran
publiziert: Donnerstag, 10. Feb 2011 / 22:48 Uhr
Oppositionsführer Mehdi Karrubi.
Oppositionsführer Mehdi Karrubi.

Teheran - Die iranischen Behörden haben Oppositionsführer Mehdi Karrubi mit einem mehrtägigen Besuchsverbot belegt. Nach Angaben seiner Webseite Sahamnews vom Donnerstag darf der frühere Parlamentspräsident bis Montag keinen Besuch mehr empfangen.

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Selbst sein Sohn sei von Sicherheitskräften am Betreten seines Hauses gehindert worden, berichtete Sahamnews. Lediglich für Karrubis Ehefrau gelte eine Ausnahme.

Die beiden Oppositionsführer Karrubi und Mir Hussein Mussawi hatten für Montag eine Kundgebung zur Unterstützung der Protestbewegungen in Ägypten und Tunesien beantragt. Ihr Antrag wurde wie schon seit Monaten üblich abgelehnt.

Staatsanwalt Gholam Hussein Edschehi hatte empfohlen, Demonstranten sollten ihre Solidarität mit den Ägyptern bei einer staatlich organisierten Kundgebung zum 32. Jahrestag der islamischen Revolution 1979 am Freitag zum Ausdruck bringen. Für dann sind landesweite Kundgebungen geplant.

Die Revolutionsgarden warnten die Opposition davor, eigene Kundgebungen zu organisieren. Die Opposition verzichtet seit einem Jahr auf ungenehmigte Demonstrationen, um der Regierung nicht Anlass zu Repressionen gegen ihre Anhänger zu geben.

«Unterdrückung durch die Führer» beenden

Karrubi und Mussawi waren bei der Präsidentschaftswahl 2009 gegen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad angetreten und hatten der Regierung nach ihrer Niederlage Wahlfälschung vorgeworfen. Bei den anschliessenden Protesten waren die staatlichen Sicherheitskräfte mit äusserster Härte gegen die Hunderttausenden Demonstranten vorgegangen.

Karrubi und Mussawi verglichen die jüngsten Unruhen in Tunesien und Ägypten mit dem Demonstrationen 2009 im Iran. All diese Proteste zielten darauf, die «Unterdrückung durch die Führer» zu beenden, sagten sie.

Zahlreiche Anhänger inhaftiert

Mussawi, Karrubi und der frühere Reformpräsident Mohammed Chatami wurden während der Protestkundgebungen gegen die umstrittene Wiederwahl Ahmadinedschads nicht festgenommen. Durch die Inhaftierung zahlreicher Mitarbeiter und Anhänger sind sie jedoch stark geschwächt.

Erst am Donnerstag wieder wurde nach Angaben von Sahamnews Karrubis Mitarbeiter Taghi Rahmani festgenommen. Karrubi und Mussawi stehen unter strikter Bewachung, die einem Hausarrest schon nahekommt.

(bert/sda)

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