Keine Fans mehr in unsicheren Stadien
publiziert: Montag, 5. Feb 2007 / 21:33 Uhr / aktualisiert: Montag, 5. Feb 2007 / 23:44 Uhr

Drei Tage nach den Ausschreitungen in Catania hat die italienische Regierung hart durchgegriffen. «Es wird keine Spiele mehr mit Publikum in Stadien geben, die nicht den Sicherheitsvorschriften entsprechen», erklärte Innenminister Guliano Amato.

Innenminister Giuliano Amato präsentierte heute das Ergebnis der Krisensitzung. (Archivbild)
Innenminister Giuliano Amato präsentierte heute das Ergebnis der Krisensitzung. (Archivbild)
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An einem Krisengripfel in Rom einigte sich die Regierung mit dem italienischen Fussballverband und dem Nationalen Olympischen Komitee auf ein Massnahmenpaket. Morgen Mittwoch findet eine ausserordentliche Kabinettssitzung statt, auf der eine Gesetzesvorlage zur Sicherheit in den Stadion verabschiedet werden soll.

Der Tod eines Polizisten nach dem sizilianischen Serie-A-Derby zwischen Catania und Palermo hatte am Wochenende zur Absage aller Fussballspiele in Italien geführt. Wann die Meisterschaften wieder aufgenommen werden, entscheidet sich am Mittwoch. Es ist damit zu rechnen, dass bereits am nächsten Wochenende wieder gespielt wird.

Sechs Stadien sind sicher

Nur sechs von 16 Serie-A-Stadien besitzen die im so genannten Pisanu-Gesetz vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen. Dazu zählen die Olympiastadien in Rom und Turin sowie die Arenen in Genua, Palermo, Siena und Messina. In Mailand und Parma stehen die Umbauarbeiten unmittelbar vor dem Abschluss. Nur dank Ausnahmegenehmigungen durfte bisher in den anderen Arenen gespielt werden. Sie erfüllen die Auflagen des vom früheren Innenminister Giuseppe Pisanu eingeführten Gesetzes gegen die Gewalt im Fussball nicht.

Das Gesetz sieht unter anderem auf den Namen ausgestellte Eintrittskarten, elektronische Ticket-Kontrollen an den Stadien mit Einlass durch ein Metall-Drehkreuz, Video-Überwachung im gesamten Stadion-Bereich für Stadien mit mehr als 10 000 Plätzen sowie vorgelagerte Sicherheitskontrollen an den Eingängen vor. Das von der Staatsanwaltschaft nach den Krawallen beschlagnahmte Stadion in Catania verfügt weder über Sicherheitskontrollen an den Eingängen, noch über ein ausreichendes Video-Überwachungssystem.

Ausser auf die «Geisterspiele» in unsicheren Stadien einigten sich die Konferenzteilnehmer in Rom auch auf ein Verkaufsverbot von Eintrittskarten an die Fans des Gastvereins. Zudem dürfen in Zukunft auch gegen bislang nicht vorbestrafte Hooligans Stadionverbote ausgesprochen werden. Bereits einmal verurteilte Krawallmacher müssen zu den Zeitpunkten der Spiele ihrer favorisierten Klubs Sozialdienst leisten.

Prodi kritisierte Ligaboss Matarrese

Ligachef Antonio Matarrese setzt sich für eine möglichst rasche Wiederaufnahme der Meisterschaften ein. Mit seiner Analyse der Lage sorgte er am Montag allerdings für einige Empörung. «Wir sind verbittert, aber die Show muss weitergehen. Die Toten im Fussball-System sind Teil dieser grossen Bewegung, die die Sicherheitskräfte nicht kontrollieren können,» sagte Matarrese der Zeitung «La Repubblica». «Die Tür zum Fussball darf nicht zugesperrt werden. Dies ist die Hauptregel. Fussball ist eine Industrie, die einen gewissen Preis hat.»

Italiens Regierungschef Romano Prodi reagierte mit heftiger Kritik auf diese Aussagen: «Ich habe unannehmbare Äusserungen über die Unvermeidbarkeit der Geschehnisse in Catania gelesen. Dies sind wahnsinnige Meinungen. Der Fussball muss zu seinen Wurzeln zurückfinden und wieder ein Sport sein.» Der Ministerpräsident versicherte, dass sein Kabinett dafür sorgen werde, dass es in Zukunft keine Todesfälle mehr im Fussball geben werde.

(fest/Si)

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