USA
Keine Klage gegen Polizisten - Proteste in Ferguson schlagen in Gewalt um
publiziert: Dienstag, 25. Nov 2014 / 06:06 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 25. Nov 2014 / 06:41 Uhr

Ferguson - Die tödlichen Polizeischüsse auf einen schwarzen Teenager in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri ziehen keine Anklage nach sich. Das entschied die sogenannte Grand Jury aus zwölf Geschworenen nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Montag in Clayton.

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Die Beweislage reiche für eine Anklage gegen den weissen Polizisten Darren Wilson nicht aus. Wilson hatte am 9. August in der US-Kleinstadt Ferguson (Missouri) den unbewaffneten Jugendlichen Michael Brown erschossen und Notwehr geltend gemacht.

Die drei schwarzen und neun weissen Geschworenen beschäftigten sich rund drei Monate lang mit dem Fall. Sie hätten jedes einzelne Beweisstück und jede Zeugenaussage genauestens überprüft, sagte Staatsanwalt Robert McCulloch.

Nach dem Verzicht auf eine Anklage schlugen die Proteste in Ferguson in Gewalt um. Demonstranten warfen in der Nacht zum Dienstag Gegenstände auf die Polizei, die mit dem Einsatz von Tränengas reagierte, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

US-Präsident Barack Obama rief in einer Ansprache zu friedlichen Protesten gegen die Entscheidung auf, den weissen Polizisten Darren Wilson nicht strafrechtlich zu belangen. Er verteidigte die Entscheidung einer Geschworenenkammer.

«Keine Entschuldigung für Gewalt»

«Wir sind eine Nation, die auf dem Rechtsstaatsprinzip gründet», sagte er am Montagabend (Ortszeit) in Washington. Es sei die Aufgabe des Gremiums gewesen, über den Fall zu urteilen. Die Polizei forderte er auf, friedliche Proteste mit Vorsicht und Zurückhaltung zu begleiten. «Es gibt keine Entschuldigung für Gewalt», sagte er.

Die ganze Situation sei aber auch exemplarisch für bestehende Herausforderungen in den USA, sagte der Präsident. Es gebe immer noch tiefes Misstrauen zwischen farbigen Menschen und der Polizei. «Es gibt immer noch Probleme und die schwarzen Gemeinden erfinden die nicht einfach nur.»

Die Familie des Opfers Michael Brown kritisierten am Montagabend (Ortszeit) den Juryentscheid scharf. «Wir sind zutiefst enttäuscht, dass dem Mörder unseres Kindes keine Konsequenzen für sein Handeln drohen», hiess es in einer Stellungnahme von Browns Familie. Zugleich bekräftigten sie ihre Forderung, dass jeder Polizist in den USA künftig eine Kamera am Körper tragen muss.

Nachspiel möglich

Für den Polizisten Wilson könnte der Fall weiterhin ein juristisches Nachspiel haben, denn die Bundesbehörden ermitteln weiter gegen den Beamten. Dabei geht es um die Frage, ob Wilson aus rassistischen Motiven geschossen und damit die Bürgerrechte des Teenagers verletzt hat. Auch könnte die Familie des Jugendlichen den Polizisten zivilrechtlich verklagen.

(flok/sda)

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Für das Strafmass sollte ausschliesslich die Schwere der Tat ausschlaggebend sein. Einverstanden, zombie1969? Es ist eine statistische Tatsache, dass in den USA die Hautfarben des Täters und des Opfers einen weitaus grösseren Einfluss auf das Urteil haben, als der Straftatbestand. Ist der Täter schwarz und das Opfer weiss, ist die Wahrscheinlichkeit einer hohen Strafe oder gar der Todesstrafe vielfach höher, als wenn der Täter weiss und das Opfer schwarz ist.

Das ist systematischer Rassismus, zombie1969, und dieser basiert auf individuellem Rassismus von Leuten, die zum Beispiel schreiben: „Das Misstrauen, welches man den Schwarzen entgegenbringt, kommt nicht von ungefähr. Bestimmten Bevölkerungsgruppen traut man mit Recht nicht über den Weg.“ Angesichts Ihres Kommentars ist es keine Überraschung, gibt es auch in der Schweiz eine Untergruppe des Ku Klux Klan.
Ein...
Teil der schwarzen Bevölkerung in den USA bringt es einfach nicht fertig, ihre Opferrolle abzulegen und sich in die Gesellschaft einzubringen. Bildungsverweigerung, mangelnde Chancenverwertung, Kriminalität. Dazu der Druck von den einwandernden Hispanics und Asiaten, welche ihre Chancen ergreifen und die Schwarzen wirtschaftlich und gesellschaftlich locker abhängen. Das Misstrauen, welches man den Schwarzen entgegenbringt, kommt nicht von ungefähr. Bestimmten Bevölkerungsgruppen traut man mit Recht nicht über den Weg. Da aber per Augenschein keine Unterscheidung möglich ist, kommen genau solche Dinge immer wieder vor. Und schuld sind immer die Anderen.
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