Keine Kompromisse
publiziert: Montag, 19. Sep 2005 / 21:47 Uhr

Berlin - Nach dem offenen Ausgang der Bundestagswahl in Deutschland wollen sowohl Kanzler Gerhard Schröder als auch Unions-Kandidatin Angela Merkel ihre Mehrheits-Chancen ausloten.

Schröder will das Kanzleramt behalten.
Schröder will das Kanzleramt behalten.
11 Meldungen im Zusammenhang
Beide bekräftigten ihren Anspruch, die neue Regierung zu führen.

Kompromiss-Bereitschaft liessen die Konkurrenten nicht erkennen. Schröder sagte, die SPD wolle das Kanzleramt behalten. SPD-Parteichef Franz Müntefering kündigte an, er wolle noch in dieser Woche Gespräche mit CDU/CSU, FDP und Grünen führen: «Wir wollen regieren. Wir sind die eindeutig stärkste Partei.»

Merkel zur Fraktionschefin

Dies stimmt bloss, wenn CDU und die bayrische CSU als separate Parteien betrachtet werden. Im Wahlkampf seien Parteien angetreten, nicht Fraktionsgemeinschaften, argumentierte Müntefering.

Merkel sprach nach Beratungen der Unions-Führung ebenfalls von einem «klaren Regierungsauftrag». Die Unionsfraktion soll sich am Dienstag konstituieren. Sie stelle sich als Fraktionschefin zur Wiederwahl, kündigte Merkel an.

FDP im Mittelpunkt

Nach dem knappen Wahlausgang scheinen CDU/CSU und SPD nicht zügig in Verhandlungen über ein grosse Koalition einsteigen zu wollen. CDU-Chefin Angela Merkel sagte, sie wolle zunächst mit der FDP sprechen. Zugleich signalisierte sie Kompromissbereitschaft gegenüber den Grünen.

SPD-Parteichef Müntefering forderte die FDP auf, sich Verhandlungen mit den Sozialdemokraten nicht zu verschliessen. Bei der Bundestagswahl am Sonntag hatten Union und FDP die angestrebte Mehrheit für einen Machtwechsel klar verpasst. Zugleich verlor Schröders rot-grüne Koalition ihre bisherige Mehrheit.

Was wäre möglich?

Rechnerisch möglich wären jetzt eine grosse Koalition von SPD und Union, eine rot-gelb-grüne «Ampel-Koalition» aus SPD, FDP und Grünen sowie ein «Jamaika»-Bündnis von Union, FDP und Grünen oder eine Allianz der bisherigen rot-grünen Koalition mit der Linkspartei.

Nach dem vorläufigen amtlichen End-Ergebnis ist die Union mit 35,2 Prozent und 225 Mandaten stärkste Fraktion. Im Vergleich zu 2002 verlor sie 3,3 Punkte. Die FDP stieg um 2,4 auf 9,8 Prozent.

Schröders SPD fiel um 4,2 Punkte auf 34,3 Prozent und stellt 222 Abgeordnete. Die Grünen verloren 0,5 Punkte auf 8,1 Prozent. Die aus der PDS gebildete Linkspartei stieg um 4,7 Punkte auf 8,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 77,7 Prozent unter den 79,1 Prozent von 2002.

(sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin - Zwei Tage nach der Neuwahl des Deutschen Bundestags beginnen die ... mehr lesen
Klaus Wowereit brach als erster das Koalitions-Tabu.
Die Deutschen sehen sich in ihrer Wahl nicht bestätigt.
Mannheim - Mehr als zwei Drittel ... mehr lesen
Berlin - Nach dem offenen Ausgang ... mehr lesen
Wen bittet Angela Merkel als nächstes an den runden Tisch.
Joschka Fischer wird in Deutschland gebraucht.
New York - Der deutsche Aussenminister Joschka Fischer lässt seine geplante Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York von seinem Staatssekretär Klaus Scharioth vorlesen. mehr lesen
Berlin - Einen Tag nach der deutschen Bundestagswahl haben SPD und Union ihre Bereitschaft erklärt, miteinander ... mehr lesen
Gerhard Schröder und Angela Merkel beim Handshake nach dem TV-Duell vor den Wahlen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Martin Schulz und Hans-Gert Pöttering. In Brüssel gegeneinander, in Berlin bald miteinander?
Dschungelbuch Viele wundern sich über das ausgeglichene Ergebnis in den deutschen Wahlen. Doch war dieser knappe Ausgang nicht ... mehr lesen
Berlin - Nach der Wahl in Deutschland ... mehr lesen
Angela Merkel sieht einen klaren Regierungsauftrag für die CDU.
Verkehrte Welt: Trotz massiven Wählerverlusten feiert sich Gerhard Schröder als Sieger.
Berlin - Nach der Bundestagswahl ... mehr lesen
Berlin - Die Auszählungen der ... mehr lesen
Schröder sieht die Medien und die Meinungsforschungsinstitute als grosse Verlierer dieser Wahl.
Pressekonferenz nach der Bundestagswahl: Edmund Stoiber, Angela Merkel und CDU-Generalsekretär Volker Kauder.
Berlin - Deutschland steht nach der ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs ... mehr lesen
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat ... mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am Sonntag im zweiten Wahlgang 55,8 Prozent der Stimmen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 7°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Basel 7°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 5°C 15°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Bern 6°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Luzern 5°C 15°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Genf 5°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 9°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten