Ständeratskommission dagegen
Keine Laufzeitbeschränkung für AKW
publiziert: Mittwoch, 12. Aug 2015 / 16:50 Uhr
Die Atomkraftwerke sollen über die Laufzeit selber entscheiden.
Die Atomkraftwerke sollen über die Laufzeit selber entscheiden.

Bern - Die Energiekommission des Ständerates (UREK) will die Laufzeit der ältesten Atomkraftwerke nicht begrenzen. Sie will die AKW-Betreiber auch nicht dazu verpflichten, ab 40 Betriebsjahren ein Langzeitbetriebskonzept vorzulegen.

8 Meldungen im Zusammenhang
SHOPPINGShopping
AtomkraftAtomkraft
Die Kommission beantragt ihrem Rat mit 7 zu 6 Stimmen, auf beides zu verzichten, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Nach dem Willen der Kommissionsmehrheit soll die heutige Regel bestehen bleiben: Atomkraftwerke sollen so lange laufen dürfen, wie die Aufsichtsbehörde ENSI sie als sicher einstuft.

Der Nationalrat hatte sich bei den Beratungen zur Energiestrategie 2050 dafür ausgesprochen, die Laufzeit der ältesten AKW auf 60 Jahre zu beschränken. Benzau I müsste damit im Jahr 2029 vom Netz gehen, Beznau II im Jahr 2031.

Nach 40 Jahren sollen Atomkraftwerke nach dem Willen des Nationalrates zudem nur dann weitere 10 Jahre laufen dürfen, wenn das ENSI das Konzept bewilligt. Nach Ablauf der Frist könnten die Betreiber erneut ein Konzept vorlegen. Nicht zuletzt das ENSI hatte sich präzisere Regeln gewünscht. In der Ständeratskommission haben sich diese nun aber nicht durchgesetzt.

Angst vor Entschädigungsforderungen

Die geltenden Regeln genügten, um den sicheren Betrieb der Atomkraftwerke zu gewährleisten, befand die Mehrheit. Das Langzeitbetriebskonzept bringe keine Verbesserungen. Es würde im Gegenteil zu einer Rechts- und Investitionsunsicherheit. Bereits im Nationalrat hatten die Gegner vor Entschädigungsforderungen der AKW-Betreiber gewarnt.

Voraussichtlich wird sich auch das Stimmvolk mit der Frage befassen, wie lange AKW laufen dürfen. Die Grünen fordern mit ihrer Atomausstiegsinitiative, dass die Laufzeit für alle AKW auf 45 Jahre begrenzt wird. Beznau I müsste ein Jahr nach Annahme der Initiative vom Netz gehen.

Keine neuen Atomkraftwerke

Kaum umstritten war in der Ständeratskommission, dass in der Schweiz keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden sollen. Die UREK folgte in diesem Punkt mit 11 zu 2 Stimmen dem Bundesrat und dem Nationalrat.

Dem Nationalrat gefolgt ist die Ständeratskommission zudem bei den steuerlichen Abzugsmöglichkeiten für energetische Sanierungen von Gebäuden. Die Befürworter möchten damit zusätzliche Anreize zur Steigerung der Energieeffizienz schaffen. Um Mehrfachförderungen zu vermeiden, hat die Ständeratskommission jedoch Änderungen beschlossen.

Wasserkraft stärker fördern

Noch nicht entschieden hat sie über die Details zur Förderung der Wasserkraft. Bereits früher hatte die Kommission sich dafür ausgesprochen, der Wasserkraft in der Energiestrategie mehr Gewicht zu geben. Sie befasste sich in der Folge mit verschiedenen Fördermodellen. Die Beratungen sollen am 19. August abgeschlossen werden.

Bereits in früheren Sitzungen war die Ständeratskommission von Beschlüssen des Nationalrats abgewichen: Sie will keine Anreize für Elektrizitätswerke schaffen, weniger Strom zu verkaufen und so das Stromsparen zu fördern. Der Nationalrat hatte sich für ein Bonus-Malus-System ausgesprochen.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Reaktordruckbehälter von ... mehr lesen 1
Das AKW endgültig vom Netz zu nehmen, sei für die Axpo «kein Thema ...».
Die Mehrheit in der kleinen Kammer befand die geltenden Regeln als ausreichend.
Bern - Der Ständerat will keine ... mehr lesen 1
Bern - Der Ständerat will keinen «Marschhalt» bei der Energiestrategie. Er hat am ... mehr lesen
Ob die Laufzeit alter Atomkraftwerke beschränkt werden soll, ist umstritten. Bild: AKW Leibstadt.
Etschmayer Beim Uralt-AKW-Beznau I fehlen Unterlagen zur Wärmebehandlung des Reaktordruckbehälters. Kein Problem, findet die ... mehr lesen 1
Atom-Opa Beznau: Sind fehlende Dokumente wirklich unbedenklich?
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Der Nationalrat will die Laufzeit von Atomkraftwerken nicht beschränken. Ab 40 Betriebsjahren sollen die Betreiber aber Langzeitbetriebskonzepte vorlegen müssen, die Sicherheit gewährleisten. Und für die ältesten AKW soll nach 60 Jahren Schluss sein - für Beznau I im Jahr 2029. mehr lesen 
Das Vertrauen in die Technik ist gross.
Bern - Die Energiekommission des Nationalrates (UREK) will die Betriebsdauer von Atomkraftwerken nicht beschränken. Nach 40 Jahren sollen die Betreiber jedoch besondere ... mehr lesen
Bern - Swisscleantech will die ... mehr lesen 1
Kernkraftwerk Gösgen.

Atomkraft

Produkte passend zum Thema
Filmplakate
ATOMKRAFT? NEIN DANKE POSTER - Filmplakate
Atomkraft? Nein Danke Poster. Grösse: Breite 61,0 cm; Höhe 91,5 cm
12.-
Nach weiteren Produkten zu "Atomkraft" suchen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke ...
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der Ständerat ist am Dienstag auf die Linie des Nationalrats eingeschwenkt. mehr lesen 
Treffen der deutschsprachigen Umweltminister  Melk - Die Umweltministerinnen und -minister der deutschsprachigen Länder haben sich nach einem Treffen in Österreich für die Forcierung der Energiewende ausgesprochen. Erreicht werden soll dieses Ziel etwa durch einen Energiewendevertrag. mehr lesen  
ETH-Zukunftsblog Eine zentrale Herausforderung der Energiewende ist es, die schwankende Stromproduktion aus erneuerbaren ... mehr lesen  
Mit Biogas betriebene Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) können fluktuierenden Solarstrom kompensieren und Gebäude beheizen.
Solarenergie verursacht oft Schwankungen im Netz, trotzdem soll es helfen das Stromnetz zu stabilisieren.
Schweizer Pionierwerk  Zürich - Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und Energie 360° beschreiten neue Wege beim Aufbau eines intelligenten ... mehr lesen  2
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 12°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 13°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 14°C 21°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Bern 12°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 14°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Genf 14°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 17°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten