Keine Uniformen für Schulkinder
publiziert: Dienstag, 14. Feb 2006 / 13:23 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 07:37 Uhr

Luzern - Im Kanton Luzern wird es keine Schuluniformen geben.

Die Uniformen würden eine Gleichheit vortäuschen, die es nicht gibt.
Die Uniformen würden eine Gleichheit vortäuschen, die es nicht gibt.
Das Problem, dass Kinder sich mit teuren Markenkleidern zu übertrumpfen versuchen, könne nicht durch eine verordnete Bekleidung gelöst werden, befand der Grosse Rat.

Josef Roos (SVP) hatte mit einem Postulat von der Regierung verlangt, die Einführung von Schuluniformen zu prüfen.

Er begründete dies mit einem «Markenwahn», der auf den Pausenplätzen herrsche. Wer nicht mitmache, werde ausgestossen oder verprügelt.

Klassengeist und Gemeinschaftssinn schaffen

Als Mittel gegen diesen durch Werbung und Medien geförderten Markenzwang empfahl Roos Schuluniformen. Für eine einheitliche Schulkleidung spreche auch, dass sie Klassengeist und Gemeinschaftssinn schaffe und man einem Schüler nicht mehr ansehe, ob die Eltern Juristen oder Fabrikarbeiter seien.

Die anderen Fraktionen konnten den Uniformen aber nichts abgewinnen. Damian Meier (FDP) sprach von einem aufgebauschten Problem. Schuluniformen seien unschweizerisch, und die Freisinnigen hielten nichts von Gleichmacherei.

Etliche wiesen auch darauf hin, dass sich der Markendruck und die Ab- und Ausgrenzung nicht nur auf die Schule und die Kleider beschränke. Peter Bucher (CVP) erwähnte dazu etwa die Marke des Autos, mit dem der Vater herumfahre, oder Feriendestinationen.

Gleichheit vortäuschen

Sibylle Lehmann (GB) verwies auf den grossen Aufwand, der nötig wäre, bis die Schüler uniform aussehen. Am Schluss werde eine Gleichheit vorgetäuscht, die nicht existiere.

Einig waren sich die Uniformgegner, dass die Schule allfällige Kleiderprobleme auf andere Art lösen könne. Kinder müssten lernen, mit Statussymbolen umzugehen, sagte Trix Dettling (SP).

(rr/sda)

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