Gripen-Abkommen mit Schweden bleibt unter Verschluss
Keine Veröffentlichung von Gripen-Abkommen
publiziert: Dienstag, 28. Aug 2012 / 11:41 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 28. Aug 2012 / 16:29 Uhr
Verteidigungsminister Ueli Maurer heute an einem Kasernengespräch in Thun: «Daten sind zu sensibel.»
Verteidigungsminister Ueli Maurer heute an einem Kasernengespräch in Thun: «Daten sind zu sensibel.»

Thun - Das Abkommen zwischen der Schweiz und Schweden über den Kauf der Gripen-Kampfjets bleibt vorderhand unter Verschluss. Der schwedische Staat garantiert der Schweiz, die 22 Gripen-Kampfjets für 3,126 Milliarden Franken zu liefern. Inbegriffen sind sämtliche Entwicklungskosten.

Companion for Life
9 Meldungen im Zusammenhang
Das Abkommen enthalte «sehr sensible Daten», sagte Verteidigungsminister Ueli Maurer am Dienstag an einem Kasernengespräch in Thun. Die Vereinbarung geht nun zuerst in den Gesamtbundesrat - voraussichtlich Anfang Oktober.

Publiziert werde das Abkommen ohne die geheimen Informationen dann, wenn Schweden mit einer Publikation einverstanden sei, sagte Maurer. Ihm zufolge ist denkbar, dass der Vertrag in die Antwort auf den Bericht der Subkommission der Sicherheitspolitischen Kommission einfliesst. Diese stuft den Kauf des Gripen in ihrem Bericht als Risiko ein.

Schweden garantiert Fixpreis für den Gripen

Der schwedische Staat garantiert der Schweiz, die 22 Gripen-Kampfjets für 3,126 Milliarden Franken zu liefern, wie Maurer weiter sagte. Inbegriffen seien sämtliche Entwicklungskosten. Unklar ist, was im Falle eines Vertragsbruchs durch Schweden geschehen würde.

Die Verhandlungen hätten mit der schwedischen Regierung stattgefunden, sagte Maurer. Dass ein Staat als Garant wirke, sei im Schweizer Rüstungsgeschäft «einmalig». Die beiden Staaten haben die Rahmenvereinbarung am Freitag vergangener Woche abgeschlossen.

Im Vorfeld waren Befürchtungen laut geworden, im Kaufpreis für den Jet des schwedischen Herstellers Saab könnten nicht alle Entwicklungskosten einberechnet sein. Dies sei nicht der Fall, sagte Maurer: «Sämtliche Entwicklungskosten sind inbegriffen.» Schweden garantiere den Preis zudem in Schweizer Franken. Eine erste Tranche von 300 Millionen Franken soll 2014 bezahlt werden.

Für den Lieferzeitplan hat die Schweiz mit Schweden einen Kompromiss ausgehandelt: Saab liefert der Schweiz die ersten 11 Gripen ab Mitte 2018 bis 2019. Die restlichen 11 Jets folgen 2020 und 2021. Die Schweden erhalten die ersten drei Jets im zweiten Quartal 2018.

Fünf Jahre Miet-Jets

Im April hatte der Bundesrat beschlossen, den Gripen-Kauf um zwei Jahre zu verschieben. Dies, weil er sie nicht kaufen will, bevor Schweden die Jets beschafft.

Als Überbrückung und um die alten F/A-18-Jets zu entlasten, wird die Schweiz nun zwischen 2016 und 2020 Flugzeuge mieten: 8 Gripen C und 3 Gripen D. Sie schlagen jährlich mit 44 Millionen Franken zu Buche.

Gemäss Maurer garantiert der schwedische Staat in der Rahmenvereinbarung, dass der Gripen E die spezifizierten Leistungen erreichen und operationell wirksam sein wird. Spätere Weiterentwicklungen sollten nur nötig werden, um neue operationelle Anforderungen zu erfüllen. Zudem sind die Preise fest, und der Gripen E wird gemäss Zeitplan geliefert.

Nur ein Sitz im Jet

Für die Schweizer Seite hat Botschafter Christian Catrina die Verhandlungen mit Schweden geführt. «Es waren sehr harte Verhandlungen», sagte Catrina am Dienstag. In sieben Treffen - in Stockholm und in Kloten ZH - habe man sich auf das Abkommen geeinigt.

Der Skepsis von Medienvertretern, ob die Lösung für die Schweiz vorteilhaft sei, entgegnete Catrina: «Wir haben offenbar sehr gut verhandelt, den Rest müssen sie die Schweden fragen.»

Fest steht: Auf den Gripen F, den Zweisitzer, muss die Schweiz verzichten. Schweden liefert lediglich den Einsitzer vom Typ E. Diesen Punkt listet Maurers Departement als einzigen Minuspunkt unter zahlreichen Vorteilen der Zusammenarbeit mit Schweden auf.

Sowohl Bundesrat Maurer als auch Luftwaffenchef Markus Gygax rechtfertigten diesen Entscheid. Beim Zweisitzer hätte der Platz für eine Bordkanone gefehlt, sagte Maurer. Gygax sprach von «keiner schmerzhaften Konzession».

Der Gripen-Kauf kam in jüngster Zeit nicht aus der Kritik heraus. Am vergangenen Wochenende hatte unter anderen FDP-Präsident Philipp Müller damit gedroht, die «Reissleine» zu ziehen und den Deal abzulehnen, da noch zu viele Fragen offen seien.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Das Unbehagen im Zusammenhang mit der Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen nimmt nicht ab. Am Donnerstag sind ... mehr lesen
Der Streit um den Kampfflugzeugkauf flammt erneut auf. (Symbolbild)
Bern - Aldo Schellenberg wird neuer Kommandant der Luftwaffe. Der 54-Jährige folgt Anfang nächsten Jahres auf Markus ... mehr lesen
Aldo Schellenberg wird zum Korpskommandanten befördert.
Bern - Die Schweiz und Schweden intensivieren ihre Zusammenarbeit bei der Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen. Im Hinblick auf den Kauf von 22 Gripen-Jets durch die Schweiz haben die beiden Länder ein Rahmenabkommen abgeschlossen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Der Bericht der SIK-Subkommission zur Kampfjet-Beschaffung enthält aus Sicht des Bundesrats Ueli Maurer keine ... mehr lesen
Bundesrat Ueli Maurer wehrt ab.
Bern - Der Kauf von Gripen-Kampfflugzeugen ist mit Risiken behaftet. Zu diesem Schluss kommt die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates (SIK). Die Übung abbrechen will die Mehrheit der Kommission jedoch nicht. mehr lesen  1
Die Kosten für das Kampfflugzeug Gripen sorgt für viel Gesprächsstoff.
Bern/Stockholm - In Schweden ist eine Debatte über die Kosten für die neue Version ... mehr lesen
Bern - Schwedens Verteidigungsministerin Karin Enström hat Bundesrat Ueli Maurer an ihrem Schweiz-Besuch eine Staffel ... mehr lesen
Absichtserklärung zu einer engeren Zusammenarbeit wurde unterzeichnet.
3, 126 Milliarden!
Zu der jedes Jaher im Asylunwesen resultatelos versenkten Milliarde im Asylunwesen, dürften diese Beträge dem Steuerzahler der Schweiss geradezu aus dem Kopf spritzen lassen. Man hats ja, denkt da der geneigte Leser.
Wir liefern alle Arten von Schoggi und Mints Swiss Army und Swiss Navy
Star Trade GmbH
Im Feld 16 / Postfach 184
8184 Bachenbülach
Mehr als nur ein Museum
Eine Verkürzung der WK-Dauer lehnte die SIK klar mit 12 zu 1 Stimmen ab.
Eine Verkürzung der WK-Dauer lehnte die SIK klar mit 12 zu 1 Stimmen ...
12 zu 1 Stimmen  Bern - Wenn es nach der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates (SIK) geht, sollen die militärischen Wiederholungskurse auch in Zukunft drei Wochen dauern. Sie lehnt die vom Bundesrat vorgeschlagene Verkürzung auf zwei Wochen ab. 
«In der Zwischenzeit hat sich gezeigt, dass ein Einsatz der Armee mit Helikoptern zur Unterstützung der humanitären Hilfe in Liberia innert nützlicher Frist nicht realisierbar ist»
Bundesrat beerdigt Pläne für Armeeeinsatz in Ebola-Gebieten Bern - Die Schweizer Armee wird nicht in den Ebola-Gebieten Westafrikas eingesetzt. Der Bundesrat hat am Freitag ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2732
    Die... Kontingentverteilung auf alle EU-Staaten wird nicht funktionieren, weil ... heute 12:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1152
    Weiterbildung ist gut, sehr gut! Aber dann bitte bei den höchsten Staatsbeamten damit anfangen! Denn ... heute 10:02
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2732
    Vielleicht... sollte man sich dieses Beispiel an konsequenter Abschiebung zum Vorbild ... gestern 14:43
  • Kassandra aus Frauenfeld 1152
    Ich werde nicht klug aus diesem Artikel. Was will er uns wohl sagen? Gut, es ist eine ... Fr, 23.01.15 09:36
  • PMPMPM aus Wilen SZ 174
    Journalistenlöhne halbiert? Dem Artikel kann ich soweit zustimmen, allerdings bleibe ich ratlos ... Do, 22.01.15 19:09
  • Peterchen aus Embrach 6
    die schweizer begrüssen das? Woher will Frau Sommaruga denn wissen, was die Schweizer begrüssen und ... Do, 22.01.15 14:46
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2732
    Was... hier gerade geschieht, liegt voll in der Logik des Kapitalismus. Das ... Do, 22.01.15 12:31
  • Kassandra aus Frauenfeld 1152
    Eine Schande ist, Ihre unqulifizierte Vorverurteilung, tigerpfote! Es ist nicht die ... Mi, 21.01.15 20:42
Companion for Life
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich -4°C -1°C leicht bewölkt bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall
Basel -4°C 1°C leicht bewölkt bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall bedeckt, Schneefall
St.Gallen -2°C 1°C leicht bewölkt bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern -5°C 2°C leicht bewölkt bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
Luzern -3°C 2°C leicht bewölkt bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf -4°C 3°C leicht bewölkt bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Lugano 2°C 7°C bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten