Kerosinpreis beflügelt Airbus und Boeing
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 23:04 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Mai 2006 / 12:36 Uhr

Hamburg - Steigende Rohölpreise lassen sich vor allem mit sparsamen Flugzeugen abfangen: Dieser Modernisierungsdruck bei den Fluggesellschaften beschert Airbus und Boeing seit Monaten Rekordaufträge.

4 Meldungen im Zusammenhang
Besonders umkämpft ist der Markt für Langstreckenflugzeuge. Einen harten Wettbewerb läuft zwischen Boeings 787 und den Airbus-Modellen A330/340 sowie der neuen A350.

Wie sich modernes Fluggerät rechnet, zeigt zum Beispiel die Umweltstatistik der Lufthansa. Nach Angaben der Fluggesellschaft stieg die Transportleistung zwischen 1991 und 2004 um 216 Prozent, der Treibstoffverbrauch dagegen nur um 108 Prozent. Zum Vergleich: Der Rohölpreis verdoppelte sich von 35 US-Dollar pro Fass (je 159 Liter) im April 2004 auf rund 70 US-Dollar in diesem Frühling.

787 muss Ziele erfüllen

Boeing bietet im Marktsegment für Flugzeuge mit 200 bis 450 Sitzen die neue 787 sowie seit Mitte der 90er-Jahre die 777-Baureihe an. Die 777 verkauft sich sehr gut, insgesamt wurden 827 Maschinen bestellt.

Für die 787 stehen nach Angaben von Boeing schon 350 Aufträge in den Büchern. Der US-Hersteller muss aber noch nachweisen, dass sein Jet die hochgesteckten Ziele in der Praxis erfüllt. Voraussichtlich 2008 sollen die ersten 787 in den Liniendienst gehen.

Kritik an Airbus

Airbus bietet im entsprechenden Marktsegment bisher die A330, vier Versionen der A340 sowie die neue A350 an. Unternehmenschef Gustav Humbert schloss Ende April einen kompletten Neustart beim A350-Projekt aus. «Wir konstruieren kein völlig neues Flugzeug», sagte er.

Das A350-Programm war angesichts der 787-Verkaufserfolge in die Kritik geraten. Einige Fluggesellschaften hatten Modifikationen an der A350 gefordert. Auf der Luftfahrtmesse ILA im Jahr 2004 hatte der damalige Airbus-Chef Noël Forgeard die 787 noch als Nachbau kritisiert. «Die 787 ist eine Kopie der A330», sagte Forgeard. Mit der A350 schliesst Airbus die Lücke zwischen der hochrentablen A330-Baureihe mit mehr als 570 bestellten Exemplaren und dem grossen Airbus A340-600 für den rund 120 Aufträge vorliegen. Ausserdem bietet das Unternehmen einen Ersatz für die älteren A340-200/300 von Anfang der 90er-Jahre. Von diesem Typ wurden nach Angaben von Airbus 247 Jets bestellt, 239 sind bereits geliefert.

Karten neu gemischt

Wenn sich Airbus tatsächlich zu einer umfassenden Neukonstruktion der A350 entschliesst und zahlreiche Parameter verändert, würden die Karten in der Flugzeug-Mittelklasse völlig neu gemischt.

Der europäische Hersteller muss dann zwar höhere Entwicklungskosten und Verzögerung gegenüber Boeings 787 akzeptieren. Andererseits käme der US-Hersteller durch eine vergrösserte und verbesserte A350 in Zugzwang, den derzeitigen Verkaufsschlager 777 zu überarbeiten. Wie umfangreich die Modifikationen an der A350 sein werden, diskutiert Airbus derzeit noch intern und mit den Kunden. Technische Weiterentwicklungen auch nach dem Programmstart sind bei Flugzeugen an der Tagesordnung. Das Design ist zwar bei den wesentlichen Elementen wie Rumpf und Tragflächen festgelegt. Bei Geräten und Systemen folgen auch während der Produktion noch Modifikationen.

Kosten versus Flexibilität

Selbst wenn Airbus die A350 vergrössert, muss dies nicht das Aus für die viermotorigen A340-500 und -600 bedeuten. Zweimotorige Flugzeuge wie A350, Boeing 777 und 787 haben zwar auf vielen Routen Kostenvorteile gegenüber Jets mit vier Triebwerken.

Andererseits sind viermotorige Flugzeuge bei der Streckenwahl auf bestimmten Verbindungen flexibler. Jets mit zwei Triebwerken müssen beim Ausfall eines Motors so schnell wie möglich landen. Viermotorige Flugzeuge dürfen unter bestimmten Umständen ans Ziel weiterfliegen.

(Von Heiko Stolzke, dpa/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Boeing-Rüstungssparte ... mehr lesen
Dem Werk in Wichita verbleiben noch 2700 Mitarbeiter.
Toulouse - Angesichts der Auftragsflut ... mehr lesen
Airbus-Chef Gustav Humbert sucht viele gut ausgebildete Mitarbeiter.
Der neue Grossraumjet A380 von Airbus.
Toulouse - Nach achtjähriger ... mehr lesen
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 11°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 8°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 10°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 9°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 8°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Lugano 12°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/seminar.aspx?ID=325&lang=de