Nahost-Friedensverhandlungen
Kerry stösst bei Verhandlungen auf Widerstand
publiziert: Samstag, 4. Jan 2014 / 14:20 Uhr / aktualisiert: Samstag, 4. Jan 2014 / 23:08 Uhr
Eine von Kerry vorgeschlagene Rahmenvereinbarung stiess bei den Palästinensern auf scharfe Ablehnung.(Archivbild)
Eine von Kerry vorgeschlagene Rahmenvereinbarung stiess bei den Palästinensern auf scharfe Ablehnung.(Archivbild)

US-Aussenminister John Kerry hat seine Pendeldiplomatie für einen Nahost-Frieden trotz deutlicher Misstöne fortgesetzt. Während über Inhalt und Stand der Friedensgespräche auch am Samstag kaum etwas an die Öffentlichkeit gelangte, überzogen sich Israelis und Palästinenser gegenseitig mit Vorwürfen.

4 Meldungen im Zusammenhang
Zudem kritisierte der oppositionelle US-Senator John McCain bei einem Israel-Besuch Kerrys Strategie und äusserte Verständnis für Israels Sorgen. Er und andere Unterstützer Israels im US-Kongress würden Kerrys Vorgehen mit Skepsis aufnehmen, sagte der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat nach einem Treffen mit Regierungschef Benjamin Netanjahu.

In Ramallah demonstrierten unterdessen Palästinenser gegen die US-Vermittlung und skandierten: "Kerry go home". Der aber liess sich nicht beirren und drängte beide Seiten - wie immer freundlich, aber zugleich hartnäckig - weiter in Richtung einer Friedenslösung. Am Nachmittag traf er zum zweiten Mal mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen.

"Einige Fortschritte"

Nach dem Treffen in Ramallah sprach Kerry von "einigen Fortschritten" auf dem Weg zum Frieden. Details nannte er jedoch nicht. Für ein von ihm vorgeschlagenes Rahmenabkommen zwischen Palästinensern und Israel bedürfe es noch weiterer Arbeit, sagte Kerry lediglich. Abbas selbst trat nicht vor die Medien.

Ziele der im Juli unter Kerrys Vermittlung aufgenommenen und auf neun Monate angelegten Gespräche sind die Bildung eines Palästinenserstaates und ein Friedensvertrag zur Beendigung des mehr als sechs Jahrzehnte alten Konflikts.

Scharfe Ablehnung

Eine von Kerry vorgeschlagene Rahmenvereinbarung stiess bei den Palästinensern jedoch auf scharfe Ablehnung. Vor allem die darin anvisierte israelische Truppenpräsenz an der Ostgrenze auch eines künftigen Palästinenserstaates schränke die Souveränität eines solchen Staates ein, kritisierte der Abbas-Vize in der PLO, Jassir Abed Rabbo.

"Die Palästinenser werden ein solch nutzloses Papier nicht einmal ansehen, eine Rahmenvereinbarung, die allgemeine Prinzipien für spätere Verhandlungen enthält, während beide Seiten doch schon seit Monaten und Jahren miteinander verhandeln", zitierte ihn die Zeitung "Al-Ajam" am Freitag.

Kritik an Israel

Der palästinensische Chefunterhändler für die Friedensgespräche, Saeb Erekat, kritisierte zudem die Terrorismusvorwürfe, die Netanjahu gegen Abbas erhoben hatte. "Selbst wenn Abbas Mutter Teresa wäre, würde das Israel noch nicht reichen", zitierte ihn die Zeitung "Jediot Achronot".

Israel finde immer einen Dreh, Abbas als Terroristen abzustempeln, um so die Forderung der Palästinenser nach einem eigenen Staat ablehnen zu können.

Weiter nach Jordanien und Saudiarabien

Kerry hatte sich während seiner am Donnerstag begonnenen mittlerweile zehnten Vermittlungsmission dreimal mit Netanjahu sowie mit seinem israelischen Amtskollegen Avigdor Lieberman getroffen. Am Sonntag reist der US-Aussenminister nach eigenen Angaben zu Gesprächen nach Jordanien und Saudi-Arabien.

In Amman wolle er den jordanischen König Abdullah II. und Aussenminister Nasser Dschudeh treffen, sagte Kerry am Samstag. Anschliessend werde er weiter nach Riad fliegen, um mit dem saudiarabischen König Abdallah über die aktuellen Verhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis zu sprechen.

(tafi/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Im Streit um das ... mehr lesen 1
US-Aussenminister John Kerry.
John Kerry. (Archivbild)
Jerusalem - Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon hat sich für seine Verbalattacke gegen US-Aussenminister John Kerry entschuldigt. Es sei nicht seine Absicht gewesen, ... mehr lesen 2
Tel Aviv - US-Aussenminister John ... mehr lesen
US-Aussenminister John Kerry.
John Kerry betont, dass Israels Sicherheit Priorität hat.
Jerusalem - US-Aussenminister John ... mehr lesen
Ein...
"Rückkehrrecht " kann und wird es nicht geben! Warum?
Als der Staat Israel ausgerufen wurde, erklärten alle islamischen Staaten dem jungen Israel den Krieg, durch mediale Aufrufe legten sie den islamischen Bewohnern dieses Gebietes nahe, ihre Wohnungen für ein bis zwei Wochen zu verlassen, weil ihre Bomben nicht zwischen islamischen und jüdischen Häusern unterscheiden können.
Daraufhin flohen die islamisch stämmigen Einwohner.
Als gegen jeder Erwartung Israel siegte, waren die, die vermeintlich nur vorüber gehend flüchteten draussen, auf der anderen Seite der Grenze. Während die Israelis die Bombardements über sich ergehen liessen und natürlich auch viele darin umkamen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung Frieden.
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung ...
Positive Elemente für Friedensinitiative  Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu neuen Verhandlungen über einen Friedensplan arabischer Staaten bereit erklärt. Netanjahu sagte am Montagabend in Jerusalem, die Friedensinitiative von 2002 enthalte positive Elemente. mehr lesen 
Israel  Jerusalem - Der rechts-nationalistische Politiker Avigdor Lieberman ... mehr lesen  
Avigdor Lieberman.
Andreas Kyriacou Die Klage des türkischen Möchtegern-Alleinherrschers Recep Erdogan gegen den Deutschen Satiriker Jan Böhmermann führte zur Einsicht, dass es für moderne Staaten an der Zeit ist, ihre Strafgesetzbücher zu entschlacken... mehr lesen   2
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 17°C 36°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 19°C 37°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 18°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 17°C 35°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 20°C 35°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 22°C 36°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 23°C 33°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten