Harte Kritik
Kerry vergleicht Anti-Schwulen-Gesetz in Uganda mit Nazi-Gesetzen
publiziert: Donnerstag, 27. Feb 2014 / 14:18 Uhr
John Kerry. (Archivbild)
John Kerry. (Archivbild)

Washington - US-Aussenminister John Kerry hat scharfe Kritik am neuen Gesetz in Uganda geäussert, das harte Strafen für Homosexuelle vorsieht. Kerry verglich das Gesetz mit den anti-jüdischen Rassengesetzen im Dritten Reich und der gegen Schwarze gerichteten Gesetzgebung während der Apartheid in Südafrika.

6 Meldungen im Zusammenhang
«Man könnte den Fokus dieses Gesetzes auf schwarz oder jüdisch ändern, und man wäre im Deutschland der 1930er Jahre oder im Apartheids-Südafrika der 1950er oder 60er Jahre», sagte Kerry am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten in Washington.

Ugandas Präsident Yoweri Museveni hatte am Montag ein Gesetz unterzeichnet, das für Homosexuelle, die wiederholt bei homosexuellen Handlungen angetroffen werden, lebenslange Haft vorsieht. Zudem wird die Propagierung von Homosexualität verboten, und andere Bürger werden aufgefordert, Homosexuelle bei den Behörden anzuzeigen.

Kerry sagte, die Unterzeichnung des Gesetzes sei «schlichtweg moralisch falsch». «Was in Uganda geschehen ist, ist grausam und stellt uns alle vor eine enorme Herausforderung, weil Rechte für Homosexuelle auch Menschenrechte sind», sagte Kerry.

Kerry verwies aber auch darauf, dass es derartige diskriminierende Gesetze in 78 weiteren Ländern gebe und die soziale und rechtliche Diskriminierung von Homosexuellen nicht allein ein afrikanisches Problem sei.

Hilfszahlungen eingefroren

Aktivisten für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) hatten Museveni gedrängt, das Gesetz zu stoppen. Auch zahlreiche westliche Staaten äusserten scharfe Kritik. Die Niederlande froren eine Hilfszahlung ein, während Dänemark und Norwegen ankündigten, geplante Hilfen für die Regierung an private Hilfsorganisationen umzuleiten.

Der ugandische Regierungssprecher Ofwono Opondo zeigte sich am Donnerstag unbeeindruckt von diesen Ankündigungen. «Der Westen kann seine 'Hilfe' für Uganda wegen der Homos behalten, wir werden uns auch ohne sie entwickeln», schrieb Opondo auf Twitter. Die westliche «Hilfe» für Afrika sei ein «lukratives und profitables Geschäft», das nicht völlig gestoppt werden könne.

Das Anti-Schwulen-Gesetz geniesst breite Unterstützung in Uganda. Allerdings hat Oppositionsführer Kizza Besigye der Regierung vorgeworfen, damit von «Korruptionsskandalen» und anderen Problemen ablenken zu wollen.y

(ww/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Die USA haben fortan ... mehr lesen
Randy Berry soll weltweit für die Rechte der Homosexuellen eintreten.
Washington - Wegen der Verfolgung Homosexueller in Uganda hat die US-Regierung Sanktionen gegen das afrikanische Land verhängt. Die Strafmassnahmen beinhalten Einreisesperren für ugandische Staatsbürger, die in «schwere Menschenrechtsverletzungen» gegen Homosexuelle verwickelt sind. mehr lesen 
CNN-News Denkt man an den US-Bundesstaat ... mehr lesen
Jan Brewer: «Religionsfreiheit ist ein Grundwert in Amerika und Arizona.»
Washington - Als Reaktion auf das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda hat die Weltbank am Donnerstag einen Kredit von 90 Millionen Dollar für das ostafrikanische Land auf Eis gelegt. Das Geld sollte dabei helfen, das Gesundheitssystem in Uganda zu stärken. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Schwule Afrikaner in Gefahr. (Symbolbild)
Kampala - Homosexuelle werden nach einem neuen Gesetz in Uganda mit lebenslänglichen Gefängnisstrafen bedroht. Das Parlament in Kampala verabschiedete am Freitag ein entsprechendes Gesetz. mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen   3
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 5°C 9°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Basel 7°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
St. Gallen 4°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
Bern 6°C 9°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Luzern 6°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 7°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Lugano 5°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten