Gegen Proteste
Kiews Innenministerium droht mit hartem Durchgreifen
publiziert: Mittwoch, 11. Dez 2013 / 07:10 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 11. Dez 2013 / 09:21 Uhr
Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch.
Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch.

Kiew - Bei eisiger Kälte strömen immer mehr Ukrainer auf den zentralen Maidan-Platz in Kiew, um für einen Rücktritt der prorussischen Regierung zu demonstrieren. Die Lage zwischen den Sicherheitskräften und der prowestlichen Opposition ist gespannt.

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Nach dem nächtlichen Vorrücken von Sicherheitskräften gegen die prowestliche Opposition droht das Innenministerium mit einem harten Durchgreifen gegen Demonstranten. Jeder Widerstand werde als versuchte Organisation von Massenunruhen eingestuft, teilte das Ministerium am Mittwochmorgen in Kiew mit. Gegen Provokateure sollten Tränengas und andere Mittel eingesetzt werden.

Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete aus Kiew, es sei am Mittwoch zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und prowestlichen Demonstranten gekommen.

Vor dem Rathaus setzten hunderte Sicherheitskräfte Schlagstöcke gegen Protestierende ein, die sich vor dem Gebäude mit Knüppeln und aus dem seit Sonntag besetzten Rathaus heraus mit Feuerlöschspritzen wehrten, meldete AFP weiter.

Auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiew - dem Maidan - standen sich am Mittwochmorgen Tausende Demonstranten und Truppen der Sondereinheiten Berkut (Steinadler) gegenüber. Auf einer Bühne sprachen Regierungsgegner öffentlich Gebete und sangen Lieder.

Janukowitsch soll sofort zurücktreten

Mit Hundertschaften umstellten Sicherheitskräfte am Maidan das Gewerkschaftshaus. Dort liegt das von der Opposition so bezeichnete Stabquartier des nationalen Widerstands gegen die Führung des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Die Ausgänge in den Metrostationen im Zentrum waren gesperrt.

Der Oppositionspolitiker und Boxweltmeister Vitali Klitschko forderte den sofortigen Rücktritt des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. «Kompromisse mit Halsabschneidern und Diktatoren kann es nicht geben. Man muss sie loswerden. Und heute ist die Frage Nummer eins eindeutig der Rücktritt Janukowitsch und seiner ganzen verfaulten Regierung», sagte Klitschko.

Klitschkos Partei Udar teilte mit, dass in der Nacht zehn Demonstranten festgenommen worden seien. Der Fernsehsender 5. Kanal sprach von mindestens einem Schwerverletzten. Das Innenministerium teilte mit, dass beim nächtlichen Abbau von Barrikaden im Stadtzentrum zehn Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt worden seien.

USA mit scharfer Kritik

In der Millionenstadt hielt sich weiter auch die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton zu Gesprächen mit den verfeindeten Lagern auf. Ashton hatte in der Nacht auch Klitschko sowie weitere Oppositionelle getroffen. Die EU-Delegation in Kiew erklärte, sie versuche Kontakt zu den ukrainischen Behörden aufzunehmen, um «den Einsatz von Gewalt gegen einfache Bürger» zu verhindern.

Die USA übten derweil scharfe Kritik am Verhalten der ukrainischen Führung. Die US-Regierung sei «angewidert» von der Entscheidung der ukrainischen Behörden, mit Spezialeinheiten, Panzern und Schlagstöcken gegen friedliche Demonstranten vorzugehen, erklärte US-Aussenminister John Kerry am Dienstag (Ortszeit). Dies sei «weder akzeptabel noch ziemt es sich für eine Demokratie».

(ig/sda)

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