Kinder und Bischof gegen Asylgesetz
publiziert: Donnerstag, 31. Aug 2006 / 15:15 Uhr

Bern - Kinder und Jugendliche hätten unter dem neuen Ausländer- und dem revidierten Asylgesetz ganz besonders zu leiden. Die UNO- Kinderrechtskonvention würde verletzt. Aus diesem Grund werben Kinder- und Familienorganisationen für zwei Nein.

Ausländische Minderjährige seien in erster Linie Minderjährige und nicht Ausländer, Asylbewerber oder Papierlose.
Ausländische Minderjährige seien in erster Linie Minderjährige und nicht Ausländer, Asylbewerber oder Papierlose.
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Auch Bernard Genoud, Bischof des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg, empfiehlt ein doppeltes Nein. Ausländische Minderjährige seien in erster Linie Minderjährige und nicht Ausländer, Asylbewerber oder Papierlose. Sie hätten Anrecht auf besonderen Schutz ohne Diskriminierung, erklärten die Organisationen für Kinderrechte, Kinderschutz und Bildung an einer Medienkonferenz in Bern.

Das revidierte Asylgesetz verletze die völkerrechtlich geschützten Rechte von Kindern, da es Kinder wie Erwachsene behandle. Vor allem kritisieren die Organisationen die Nichtbehandlung von Asylgesuchen bei fehlenden Reisepapieren.

Diese treffe Kinder und Jugendliche ganz besonders, da die Mehrheit der Geburten in Entwicklungsländern nicht registriert werde und die Kinder deshalb gar keine Papiere haben könnten.

Kinder leiden

Die Summe der Verschlechterungen in beiden Gesetzen würde bewirken, dass die Zahl der versteckten Kinder ohne Aufenthaltsbewilligung oder mit prekärem Status nach oben schnellen würde, befürchten die Organisationen.

An der Medienkonferenz beiteiligten sich der Kinderschutz Schweiz, Pro Familia Schweiz, Terre des Hommes-Kinderhilfe, Caritas Schweiz, Centre de contact Suisses-Immigré-e-s, Kinderlobby Schweiz, Pro Juventute Genève, Mouvement Populaire des Familles und VPOD - Bildung, Erziehung, Wissenschaft.

Aufruf an alle Christen

Auch Bernard Genoud, Bischof des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg, empfiehlt für die Abstimmung vom 24. September ein doppeltes Nein. Er rief die Christen auf, die Grenzen der Schweiz nicht dicht zu machen.

Nach Ansicht des Bischofs gibt es andere Möglichkeiten, Missbräuche im Asylwesen auszumerzen. Entwicklungshilfe in den Herkunfstsländern der Asylsuchenden sei viel effizienter, sagte er.

(fest/sda)

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