«Kiwis» oder Luna Rossa als Alinghi-Gegner?
publiziert: Freitag, 1. Jun 2007 / 11:33 Uhr

Team New Zealand oder Luna Rossa: Welches Syndikat wird ab dem 23. Juni gegen Alinghi um den America's Cup segeln? Der Final der Herausforderer-Serie beginnt heute vor Valencia ohne klare Rollenverteilung.

Trifft Alinghis neuseeeländer Skipper Russell Coutts auf seine Landsleute?
Trifft Alinghis neuseeeländer Skipper Russell Coutts auf seine Landsleute?
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Vor sieben Jahren in Auckland war es das Duell um den America´s Cup. Prada, das heute unter dem Namen Luna Rossa firmierende Syndikat von Modezar Patrizio Bertelli, konnte als Sieger des Louis Vuitton Cup den Titelverteidiger Team New Zealand in keiner Weise fordern und unterlag sang- und klanglos 0:5. Skipper der Italiener war damals Francesco de Angelis, die «Kiwis» wurden vom im Jahr darauf von Piraten im Amazonas ermordeten Sir Peter Blake und Steuermann Russell Coutts geführt.

Im letzten Match Race überliess Coutts das Steuer seinem jungen Zögling Dean Barker. Niemand wusste, dass der freiwillige Verzicht des Weltbesten seiner Zunft zum Symbol für eine definitive Stabübergabe werden sollte. Coutts verabschiedete sich von der Heimat, um mit Alinghi zurückzukehren und seinen Landsleuten den Cup zu entreissen. Drei Jahre später wurden Barker und Co. von der Alinghi-Crew im Golf von Hauraki versenkt und mit 0:5 gedemütigt.

James Spitthill in aller Munde

Aus einer Revanche gegen den 2004 geschassten Coutts wird in Valencia mit Sicherheit nichts. Und um gegen die eher von Ed Baird als Peter Holmberg gesteuerte Alinghi in den finalen Kampf um den «Auld Mug» eingreifen zu können, muss Barker zuerst mit James Spithill fertig werden. Wenn es um die Frage geht, welcher Steuermann denn das Zeug zum neuen grossen Meister des Fachs und Nachfolger von Coutts habe, fällt praktisch nur noch der Name des 27-jährigen Australiers und fast nie mehr jener des 34-jährigen Barker.

Die Stärke des einen ist die Schwäche des andern. Das macht die Best-of-9-Serie um den Pokal für den Louis Vuitton Cup besonders interessant. Spithill erteilte mit seinen aggressiven und riskanten Vorstart-Manövern zuletzt Chris Dickson eine schmerzhafte Lektion. Dessen BMW-Oracle-Team, mit mehr als 200 Millionen Franken Budget das reichste Syndikat, scheiterte im Halbfinal gegen Luna Rossa vor allem wegen Spithill so kläglich (1:5). Trotz seiner Jugendlichkeit verfügt der Sydneysider Spithill schon über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz. Als 19-jähriger Grünschnabel verblüffte er an Bord von Young Australia, drei Jahre später steuerte er die «AmericaOne».

Im Gegensatz zu Spithill hat Barker in den letzten Wochen den einen oder anderen Start verhauen und damit den Zweifeln an seinem Nervenkostüm neue Nahrung gegeben. Im Halbfinal bekundete das Team New Zealand mit dem einheimischen Desafio Español mehr Mühe als erwartet (5:2). Bei einem Scheitern hätte sich wohl niemand mehr nach Hause gewagt. Denn für die Neuseeländer geht es in Valencia nicht nur um die älteste Sporttrophäe der Welt, sondern ums Prestige einer ganzen Nation. Kein Land identifiziert sich so stark mit dem Cup wie der Inselstaat vom fünften Kontinent.

Mit Millionen gelockt

Nichts wünschen sich die neuseeländischen Segel-Enthusiasten mehr, als dass ihr Team am Ende auch Alinghi den Meister zeigt. «Down under» haben längst nicht alle verdaut, dass Ernesto Bertarelli damals mit seinen Millionen gleich ein halbes Dutzend Spitzenkönner zu Alinghi lockte.

Während Luna Rossa dank Spithill und dem genialen Windstrategen Torben Grael über die eher besseren menschlichen Ressourcen verfügt, halten sich Vor- und Nachteile bezüglich Bootsgeschwindigkeit ungefähr die Waage. Team New Zealand scheint bei schwachen Winden schneller zu sein, Luna Rossa bei starken.

Heute werden Windgeschwindigkeiten zwischen 9 und 14 Knoten erwartet, was für Neuseeland sprechen würde. Luna Rossa war dafür das Losglück hold. Den Italienern wurde die Steuerbord-Seite und damit das Vorfahrtsrecht zugelost. In den letzten vier Direktbegegnungen war das Vorfahrtsrecht gleichbedeutend mit dem Sieg.

( Philipp Bärtsch, Valencia/Si)

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Neuseeland lag nach Rennhälfte bereits vorentscheidend 35 Sekunden in Front. (Archivbild)
 
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