Kleinbauern sehen Vielfalt der Landwirtschaftsbetriebe in Gefahr
publiziert: Montag, 30. Jul 2012 / 14:15 Uhr
Bauer ohne Lehrabschluss oder Attest haben heute keine Chance mehr. (Symbolbild)
Bauer ohne Lehrabschluss oder Attest haben heute keine Chance mehr. (Symbolbild)

Bern - Die Agrarpolitik 2014-2017 des Bundes koppelt die Direktzahlungen verstärkt an bestimmte Leistungen. Damit zeigt sich die Kleinbauern-Vereinigung grundsätzlich einverstanden. Sie befürchtet aber, dass viele Kleinbetriebe in ihrer Existenz bedroht sein könnten.

3 Meldungen im Zusammenhang
Wie die Vereinigung zum Schutz kleiner und mittlerer Bauern (VKMB) am Montag vor den Medien in Bern ausführte, legt die Regierung mit ihrem jüngsten Vierjahresplan für die Landwirtschaft den Fokus zu stark auf die Betriebsgrösse. Die Vielfalt der Bauernbetriebe sei damit gefährdet.

Die Vereinigung der Kleinbauern stört sich etwa an den neuen Ausbildungsanforderungen. Personen, die eine Landwirtschaftsbetrieb führen wollen, müssen gemäss der Gesetzesvorlage künftig eine minimale Ausbildung - ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder ein Berufsattest - nachweisen, um in den Genuss von Direktzahlungen zu kommen. Die Regelung gilt nur für Neueinsteiger.

Absolventen des Spezialkurses für Landwirtschaft im Nebenerwerb (NELA) sollen demnach nicht mehr an den Topf mit den Direktzahlungen kommen. Laut VKMB-Präsidentin Regina Fuhrer würden mit dieser Neuregelung der Quer- sowie der Wiedereinstieg in die Landwirtschaft «verunmöglicht». Auf Quereinsteiger sei der primäre Sektor aber angewiesen, um die sich abzeichnende Ausbildungslücke zu schliessen.

Unvollständige Rechnung

Die Kleinbauern sehen ihre Zukunft ausserdem wegen der neuen Berechnung der Standardarbeitskräfte (SAK) in Gefahr. Bei der SAK wird mit Hilfe standardisierter Faktoren der Arbeitszeitbedarf eines Betriebes berechnet. Direktzahlungen und Investitionskredite werden nur Betrieben ausbezahlt, die einen bestimmten Grenzwert erreichen - dies dient der Abgrenzung von Hobbybetrieben.

Entgegen der ursprünglichen Absicht des Bundesrates soll die SAK-Untergrenze zwar nicht angehoben werden. Dafür sollen die SAK-Faktoren, die letztmals 2004 angepasst worden waren, der technischen Entwicklung angeglichen werden.

Bereits heute seien die Faktoren übermässig auf die Produktionsleistung fixiert, moniert die Kleinbauern-Vereinigung. Der effektive Arbeitsbedarf werde hingegen nur ungenügend abgebildet. So würden erschwerende Bedingungen wie die Erschliessung oder die Höhenlage eines Betriebes nicht berücksichtigt.

Mit der Agrarpolitik 2014-2017 will der Bundesrat das Direktzahlungssystem reformieren. Das System soll verstärkt an ökonomische Auflagen geknüpft werden und zu einer Effizienzsteigerung führen. Das Geschäft liegt derzeit bei der Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK).

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Das neue Direktzahlungssystem für die Landwirtschaft hat die erste Hürde genommen. Die Kommission für Wirtschaft und ... mehr lesen
Der Bundesrat will die Landwirtschaftspolitik anpassen.
Bern - Zusammen mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann haben am Montag Bauern und Lebensmittelbranche eine ... mehr lesen
Johann Schneider-Ammann
Die Kulturbotschaft legt die strategische Ausrichtung der Kulturpolitik des Bundes fest. (Symbolbild)
Die Kulturbotschaft legt die strategische Ausrichtung der Kulturpolitik ...
Kulturförderung  Bern - Der Bundesrat will der Kulturförderung einen grösseren Geldtopf zur Verfügung stellen als bisher. In den Jahren 2016 bis 2020 möchte er über 1,12 Milliarden Franken investieren. Mit dem Geld soll möglichst vielen Personen der Zugang zur Kultur ermöglicht werden. 
Ebola  Bern - Die Schweizer Armee wird nicht in den Ebola-Gebieten Westafrikas eingesetzt. Der Bundesrat hat ...  
«In der Zwischenzeit hat sich gezeigt, dass ein Einsatz der Armee mit Helikoptern zur Unterstützung der humanitären Hilfe in Liberia innert nützlicher Frist nicht realisierbar ist»
Der entscheidende Faktor ist laut Armeechef Ueli Maurer die Sicherheit.
Angst in Liberia gilt der Sicherheit und nicht Ebola Bern - Die angekündigte Schweizer Erkundungsmission im Ebola-Gebiet in Liberia gilt vor allem der Prüfung der ...
Mit einer Erkundungsmission werden in den Seuchengebieten vor Ort Abklärungen vorgenommen.
Schweizer Hilfsmission nach Westafrika Bern - Der Bundesrat plant eine Hilfsmission in den Ebola-Gebieten in Westafrika. Die Schweiz komme damit einem Ersuchen der UNO ...
Neben der verdoppelten Sperre verjährt ein Dopingvergehen nun erst nach zehn statt nach acht Jahren.
Allgemeines  Dopingsünder werden künftig in der Schweiz härter angefasst. Der erste absichtliche ...  
Titel Forum Teaser
  • PMPMPM aus Wilen SZ 162
    Hoffentlich... ...werden diese Kontingente endlich vernünftig eingesetzt und nicht wie ... gestern 19:54
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    Um... den Marktwert der angeblichen Flüchtlinge zu steigern, verweist man ... gestern 13:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1072
    Nein! Man kann doch eine Initiative nicht allein deswegen annehmen, weil man ... Do, 27.11.14 12:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    Was... kann man gegen Anschläge in Europa machen? Anscheinend gar ... Do, 27.11.14 11:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    Dramatisch "sofort wieder Flüchtlingsfamilien nach Italien zurückschaffen" Hört ... Do, 27.11.14 09:54
  • jorian aus Dulliken 1524
    Geht es der Wirtschaft gut, geht es den Menschen gut oder doch nicht? Andere Länder sollen also dafür bezahlen, dass es in der CH zu wenige ... Mi, 26.11.14 06:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    Das... Schlusswort zum Thema Gott wurde bereits gegen 1800 von einem Franzosen ... Mo, 24.11.14 22:52
  • PMPMPM aus Wilen SZ 162
    Differenzieren bitte... Sie schreiben von Rechten, welche ein Staat seinen Bürgern gewähren ... Mo, 24.11.14 21:44
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 4°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 4°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 6°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 6°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Luzern 7°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Genf 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten