Paläontologie
Klimaveränderung verursachte wohl das Aussterben der Fischsaurier
publiziert: Dienstag, 8. Mrz 2016 / 17:35 Uhr
Skelettrekonstruktion eines Ichthyosauriers.
Skelettrekonstruktion eines Ichthyosauriers.

Oxford - Für mehr als 150 Millionen Jahre beherrschten Ichthyosaurier die Ozeane. Dann verschwanden sie von der Erde. Forscher vermuten, dass möglicherweise ein Wandel des Klimas den Fischsauriern zu schaffen machte.

4 Meldungen im Zusammenhang
Das Aussterben der Fischsaurier vor etwa 93 Millionen Jahren hängt vermutlich mit Klima-Veränderungen in dieser Zeit zusammen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Ichthyosaurier-Arten nahm nach und nach ab; ausserdem erlahmte die evolutionäre Entwicklung der Gruppe, wie ein internationales Forscherteam nach der Analyse und Neubewertung von Ichthyosaurier-Funden berichtete.

Globale Umweltveränderungen hätten die marinen Ökosysteme vor etwa 100 Millionen Jahren schrittweise neu organisiert, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal «Nature Communications».

Fischsaurier hatten eine ähnliche Körperform wie heutige Delfine und viele kleine spitze Zähne in der schnabelartigen Schnauze. Sie stammen von echsenartigen Landtieren ab und mussten zum Luftholen auftauchen. Fossilien der Fischsaurier, von denen Dutzende Arten bekannt sind, wurden auch in der Schweiz gefunden.

Rätselhaftes Verschwinden

Die Ichthyosaurier verschwanden rund 30 Millionen Jahre vor dem grossen Massensterben am Ende der Kreidezeit, bei dem unter anderem die Dinosaurier ausstarben und die Blütezeit der Säugetiere begann. Warum, ist bisher nicht genau geklärt.

Experten vermuten, dass andere marine Reptilien auftauchten und den Ichthyosauriern Konkurrenz machten. Oder dass ihre vorrangige Beute verschwand, die Belemniten, eine Gruppe fossiler Kopffüsser.

Valentin Fischer von der britischen Universität Oxford und seine Mitarbeiter halten eine andere Ursache für wahrscheinlich. Sie hatten den Artenreichtum unter den Ichthyosauriern neu bewertet und die Ergebnisse mit Umweltdaten in Verbindung gesetzt, etwa zur Höhe des Meeresspiegels, zum Sauerstoffgehalt oder zur Temperatur des Wassers.

Unbeständiges Klima

In der frühen Kreidezeit war die Vielfalt unter den Fischsauriern am höchsten. Vor etwa 100 Millionen Jahren, zu Beginn des sogenannten Cenomaniums, kam es dann plötzlich zu einer drastischen Reduzierung der Artenvielfalt.

Klima-Unbeständigkeiten erklärten das Verschwinden der Ichthyosaurier in der Analyse am besten, berichten die Forscher. In den nachfolgenden Jahrmillionen war die Zahl und die Vielfalt der Fischsaurier deutlich reduziert. Ausserdem besetzten sie scheinbar nicht mehr so viele ökologische Nischen wie zuvor.

Es sei seit langem bekannt, dass das Klima vor gut 90 Millionen Jahren extrem gewesen sei. Die Pole waren eisfrei, der Meeresspiegel sehr hoch. Das Wasser sei überdurchschnittlich warm und sauerstoffarm gewesen, erläutern die Autoren.

Die marinen Ökosysteme hätten sich infolgedessen stark verändert. Das Aussterben der Ichthyosaurier scheine nur ein Aspekt einer weit umfassenderen Reihe von Veränderungen gewesen zu sein.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Frick AG - In einer Lehmgrube in Frick AG hat ein Grabungsteam das grösste je in der Schweiz gefundene, zusammenhängende ... mehr lesen
So etwa sah ein Plateosaurus aus, der vor 210 Millionen Jahren lebte.
Noch nie konnte ein T-rex-Kopf in so hoher Auflösung gescannt werden.
Fürth - Forscher haben mit Hilfe eines riesigen Computertomographen den Schädel eines Tyrannosaurus rex durchleuchtet. Sie ... mehr lesen
Berlin - Im Rücken hat es so manches Lebewesen auch schon vor 200 Millionen Jahren gezwickt. Anzeichen dafür haben ... mehr lesen
Der Krokodilsaurier musste sich mit Rückenschmerzen herumschlagen. (Symbolbild)
Archaeopteryx galt als einmalige Übergangsart zwischen gefiederten Dinosauriern und heutigen Vögeln.
Paris - Der berühmte «Urvogel» Archaeopteryx war vermutlich doch nicht so ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet ... mehr lesen
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Experten: Europa muss sich auf die Zika-Epidemie vorbereiten Kopenhagen - «Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Das Zika-Virus zeigt nicht nur sein ...
Das Zika-Virus kann auch bei Erwachsenen schwerwiegende neurologische Erkrankungen auslösen.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 21°C 23°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 21°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 18°C 20°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 19°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 20°C 22°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 18°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 20°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten