Klimaverhandlungen im Abseits - Bringen Firmen frischen Wind?
publiziert: Montag, 28. Jan 2013 / 08:29 Uhr
Renate Schubert ist Professorin für Nationalökonomie an der ETH Zürich.
Renate Schubert ist Professorin für Nationalökonomie an der ETH Zürich.

Die internationalen Klimaverhandlungen haben sich selbst ins Abseits manövriert. Neue, andere Wege sind gefragt. Firmen könnten den nötigen frischen Wind bringen: Mit geeigneten Massnahmen können sie Mitarbeitende beim Energie- und CO₂-Sparen unterstützen - und selber davon profitieren.

1 Meldung im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Projekt «Off4firms»
Weitere Informationen zum Projekt «Off4firms» von Climate KIC.
off4firms.ethz.ch

Immer mehr Firmen weltweit engagieren sich dafür, dass ihre Mitarbeitenden nicht nur in den Firmen selbst, sondern auch zuhause weniger CO₂ emittieren und weniger Energie konsumieren. Zum Beispiel erhalten die Mitarbeitenden Zuschüsse beim Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte und bei Investitionen in effiziente Heiz-oder Kühlsysteme. Andere Firmen bieten Kurse an, etwa zum Thema «Eco-Drive», oder organisieren Wettbewerbe innerhalb und zwischen verschiedenen Abteilungen um kreative Ideen fürs Energiesparen.

Vorteile für Mitarbeitende...

Die Vorteile für die Mitarbeitenden liegen auf der Hand: Durch die Aktivitäten ihrer Firmen erhalten sie Tipps zum Energiesparen und werden noch dazu finanziell unterstützt. Erhalten Mitarbeitende beispielsweise einen Zuschuss beim Kauf eines energieeffizienten Elektrogeräts, profitieren sie gleich doppelt: Der tatsächlich zu zahlende Kaufpreis wird tiefer und ausserdem fallen dann auch - wegen der effizienten Energienutzung - geringe laufende Stromverbrauchskosten an. Schliesslich sind auch Vorteile auf der sozialen Ebene möglich: Man steht gut da, weil man in seiner Abteilung als erster ein energieeffizientes Heizsystem ins eigene Haus einbauen liess. Oder man gehört gemeinsam mit einigen Kolleginnen zum «Club» derjenigen, die bestimmte Produkte nicht kaufen, weil ihre Herstellung mit viel CO₂-Emissionen verbunden ist.

...und für Firmen

Auch Firmen profitieren von Massnahmen, mit denen sie ihre Mitarbeitenden dabei unterstützen, zuhause Energie und CO₂-Emissionen einzusparen. Zum einen können Unternehmen dadurch ihr Image verbessern und sowohl auf dem Arbeitsmarkt wie auch beim Verkauf ihrer Produkte als Firma punkten, die auf Nachhaltigkeit setzt und sich der Corporate Responsibility verschrieben hat.

Zum anderen können die Firmen auch direkte ökonomische Vorteile haben. In vielen europäischen Ländern und auch in der Schweiz gibt es immer mehr Firmen mit freiwilligen oder obligatorischen Reduktionsverpflichtungen bezüglich CO₂-Emissionen. Firmen, die sich dafür engagieren, dass ihre Mitarbeitenden zuhause Emissionen reduzieren, könnten sich diese Einsparungen auf ihre Verpflichtungen anrechnen lassen und dadurch Geld für betriebliche Massnahmen oder den Zukauf von Emissionszertifikaten sparen.

Den richtigen Rahmen für die Firmen schaffen

Ökonomische Vorteile werden Firmen mit Reduktionsverpflichtungen allerdings nur dann tatsächlich nutzen können, wenn die von ihnen ausgelösten Energie- und Emissionseinsparungen der privaten Haushalte messbar sind, zusätzlich zu ohnehin geplanten Einsparungen stattfinden und wenn die ausgewiesenen Einsparungen national oder international anerkannt sind. Das ist für kleinskalige Emissionsreduktionen, wie sie in privaten Haushalten typischerweise stattfinden, nicht selbstverständlich, könnte aber in Analogie zu Regelungen des Kyoto-Protokolls - etwa den sogenannten PoAs (Programmes of Activities) - zur Routine werden.

Wie genau das funktionieren könnte und welche Massnahmen von Firmen für private Haushalte besonders wirksam sind, untersuchen wir im Projekt «Off4Firms» des Climate KIC. Wir sind zuversichtlich, dass solche Massnahmen einen wichtigen Beitrag dazu leisten werden, dass die globale Erwärmung künftig nicht deutlich über zwei Grad Celsius liegt.

(Prof. Renate Schubert/ETH-Zukunftsblog)

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