Klitschko klarer Favorit gegen Ibragimow
publiziert: Samstag, 23. Feb 2008 / 08:00 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Feb 2008 / 11:24 Uhr

Wladimir Klitschko (31), der ukrainische IBF- und IBO-Weltmeister im Schwergewicht, und der russische WBO-Weltmeister Sultan Ibragimow (32) duellieren sich in der Nacht auf Sonntag in New York im ersten Schwergewichts-WM-Titelvereinigungskampf seit 1999.

Schafft Wladimir Klitschko die Titelvereinigung?
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«Mein Ziel ist es, alle bedeutenden WM-Titel auf mir zu vereinigen», sagte der Favorit Klitschko, der 49 seiner 52 Profikämpfe gewann, davon 44 vorzeitig.

Im letzten Schwergewichts-WM- Titelvereinigungskampf waren sich Evander Holyfield und Lennox Lewis gleichenorts im Madison Square Garden gegenüber gestanden.

Damals setzte sich der Brite Lewis im bereits zweiten Aufeinandertreffen nach Punkten durch.

Beide Boxer zuversichtlich

Der 32-jährige russische Rechtsausleger Ibragimow, der in 23 Profikämpfen noch unbesiegt ist, zeigt sich ebenso selbstbewusst wie sein Rivale. «Wladimir gilt als stärkster Weltmeister. Das ist für mich die grösste Motivation, mich gegen ihn zu beweisen», sagte Ibragimow.

«Wladimir wird den Kampf mit seinem Jab diktieren, er wird Ibragimow damit schon früh die Motivation rauben und das Duell mit seiner Rechten beenden», sagte Klitschkos amerikanischer Coach Emanuel Steward.

Ibragimows Trainer Jeff Mayweather ist dagegen überzeugt zu wissen, was zu tun ist, um den Favoriten zu schlagen. Der Kampf wird ab circa 05.00 Uhr live auf RTL übertragen.

Vom Schafhirten zum Box-Champion

Die Unterschiede zwischen Wladimir Klitschko und Sultan Ibragimow sind allein optisch beträchtlich: auf der einen Seite der Zweimeter-Hüne aus der Ukraine, Modellathlet, Frauenschwarm, eloquent und durch seinen Beruf zum Multimillionär geworden - auf der anderen Seite Ibragimow, um einen Kopf kleiner, unscheinbar und vergleichsweise arm. Der Russe wirkt in der Glitzerwelt des Profiboxens wie ein Fremdkörper.

Seine Mutter hat Ibragimow nie gekann; sie starb bei der Geburt. Im Alter von drei Jahren kam der kleine Sultan zu einer Tante, der Vater gründete eine neue Familie.

Ibragimow, der zuletzt seinen Titel in Moskau in der Chodynka-Arena gegen Altmeister Evander Holyfield (45) mit einem Punktsieg verteidigt hatte, wuchs in Tlyarata, einem kleinen Bergdorf in der Kaukasus-Republik Dagestan, auf. Der Ort ist schwer zugänglich, am besten per Helikopter erreichbar. Elektrisches Licht bekamen die Einwohner erst 1978.

Als Kind hatte Ibragimow Schafe in den Bergen gehütet. Mit 16 zog er in die rund 350 km entfernte Stadt Rostow, um zu ringen. Doch er musste feststellen, dass die Trainingsorte mit den besten Trainern nicht mehr existierten. Also entschloss er sich, Boxer zu werden. Der Entscheid war richtig, obwohl Ibragimow nur auf Umwegen zu Erfolgen kam.

Auch Ibragimow mit Bruder in der Ecke

Der frühere russische Amateurcoach Nikolai Chromow setzte den 1,88 m grossen und 101 kg schweren Novizen zunächst nur als Sparringpartner ein, weil er zäh und unnachgiebig war und viel schlug. «Ich habe nie gedacht, dass ich ein guter Boxer bin. Ich wollte einfach nur in Form bleiben. Doch nach sechs Monaten schickte mich der Coach zu den Stadtmeisterschaften. Ich gewann», erzählte Ibragimow.

Die Krönung seiner Amateurkarriere folgte 2000 an den Olympischen Spielen in Sydney, wo er erst im Schwergewichts-Final von Kubas damaligem Superstar Felix Savon besiegt wurde.

Kurz vor der Abreise nach Australien hatte Ibragimow ein Schicksalsschlag ereilt. Einer seiner Brüder kam bei einem Autounfall ums Leben. Vielleicht auch wegen dieser Erfahrungen lebt Ibragimow weiterhin in der Heimat und pflegt die Nähe zur Familie. Wie Wladimir Klitschko, der seinen Bruder Witali in der Ecke hat, steht ihm der Bruder Ramasan zur Seite.

Nächster WM-Kampf steht bereits vor der Tür

Der übernächste WM-Kampf im Schwergewicht steht in zwei Wochen um den WBC-Gürtel zwischen dem 39-jährigen Titelverteidiger Oleg Maskajew (USA/Russ) und Samuel Peter (Nigeria/Interims-Champion) am 8. März in Cancun (Mex) im Programm.

Der gebürtige Kasache Maskajew hatte als Amateur einst den derzeit vor einem Comeback stehenden Witali Klitschko besiegt.

WBA-Titelhalter ist Ruslan Tschagajew (Usb), der seinen Titel vor der Pflichtverteidigung gegen den ehemaligen WBA-Champion Nikolai Walujew (Russ) voraussichtlich nochmals aufs Spiel setzen wird.

(rr/Si)

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