Kolumne
Klonierer können mit Klagen rechnen
publiziert: Montag, 13. Jan 2003 / 15:25 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Apr 2003 / 17:14 Uhr

Ob jetzt die behämmerten Raëlianer wirklich einen Menschen kloniert haben oder nicht, ist eigentlich egal. Denn ob es eine Sekte von schrecklich aussehenden Menschen (naja, wenn alle so aussehen wie Brigitte Boisselier...), oder ob es weiss bekittelte Professoren sind, die jemanden genetisch kopieren, ist wurscht. Das Abendland wird nicht untergehen und um das Morgenland ist im Moment Bush jr. bemüht. Aber glaubt man dem Blätterwald, könnte der Weltuntergang mit der Erfolgsmeldung der Raëlsekte schon bald eintreten. Kommentatoren beschwören die Vision von Klonarmeen herauf - hat da Starwars II also doch jemandem gefallen - und sehen die Einzigartigkeit des menschlichen Individuums angegriffen. Naja, so einzigartig sind die Menschen doch gar nicht: Wie sonst würde es sich erklären, dass massenweise Leute Shanja Twain-Platten und Dieter Bohlen-Bücher kaufen, ohne durch ein identisches Genom zu dieser Ver(w)irrung gezwungen worden zu sein. Individualität ist ein Mythos – sonst gäbe es keine Modewellen und die Nürnberger Parteitage hätten ziemlich erbärmlich ausgesehen – Riefenstahl hin oder her. Natürlich hat die Vererbung einen riesigen Einfluss auf den Menschen. Trotzdem wird es durch das Klonieren keine Kopien der 'Vorlage' geben. Und wenn jemand betont, Dolly, das Klon-Schaf, habe genau so wie das Original ausgesehen, der soll sich mal eine Schafherde ansehen, denn die Entwicklung eines Embryos im Mutterleib wird durch die 'Umgebung' massgebend bestimmt. Stress, Ernährung und vieles andere beeinflussen die sexuelle Orientierung, die Hirnentwicklung, die Gesundheit im späteren Leben und weiss der Geier was noch alles. Um also eine genaue Kopie zu erschaffen, müssten auch die Bedingungen in der Gebärmutter genau kopiert werden. Die Hoffnung, durch ein Kopie seiner selbst eine Art Unsterblichkeit zu erlangen, sind also ziemlich daneben. Zum Zweiten haben auch Erziehung und Milieu einen gewissen Einfluss. Und man kann sicher gehen, dass ein geklonter Teenager alles machen wird, um nicht so zu werden wie der Genspender. Das einzige, was Sorgen macht, ist die frühzeitige Vergreisung, die an Dolly beobachtet wurde, weil eine 'gebrauchte' Zelle eben auch früher altert. Sollte mit den klonierten Kindern dies passieren, wäre es ein wirkliches Drama und die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden: Nicht fürs klonieren, sondern wegen schwerer Körperverletzung.

(Patrik Etschmayer)

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