Koalition im Irak wahrscheinlich
publiziert: Donnerstag, 11. Mrz 2010 / 14:05 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 11. Mrz 2010 / 22:22 Uhr

Bagdad - Nach der Parlamentswahl im Irak liegt die Rechtsstaatsallianz von Ministerpräsident Nuri al-Maliki ersten Teilergebnissen zufolge in zwei schiitischen Provinzen vorn.

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Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki.
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Wie die irakische Wahlkommission nach Auszählung von 34 Prozent der Stimmen bekanntgab, erreichte Malikis Partei in der südlichen Provinz Nadschaf knapp 56'000 Stimmen, in Babylon kam sie auf 69'000.

Die Irakische Nationalallianz, ein Bündnis aus schiitischen Religionsgruppen, kam demnach mit mehreren tausend Stimmen Abstand auf den zweiten Rang. Das schiitisch-sunnitische Bündnis Irakija um den früheren Regierungschef Ijad Allawi landete auf dem dritten Platz.

Diese Zahlen dürften vor allem Aufschluss über das Abschneiden der anderen Parteien geben, dem Bündnis Irakija um den ehemaligen Ministerpräsidenten Ijad Allawi sowie der schiitisch dominierten Irakischen Nationalallianz (INA).

Wer liegt vorne?

Die Nationalallianz und Irakija hatten sich zuvor beide zu «zweiten Siegern» erklärt und eine Beteiligung an der Macht gefordert. INA drohte damit, die Ergebnisse der offiziellen Auszählung nicht anzuerkennen, falls sie von den Aufzeichnungen der eigenen Wahlbeobachter abweichen.

Diese hätten festgestellt, dass die Rechtsstaat-Koalition in den Provinzen Bagdad, Dijala und den neun Provinzen südlich von Bagdad rund 1,9 Millionen Stimmen erhalten habe. Die Schiiten-Allianz habe dort etwa 1,8 Millionen Wählerstimmen bekommen. Die konkurrierende Al-Irakija-Liste erhielt den Angaben zufolge nur rund 666'000 Stimmen.

Diese Ergebnisse decken sich allerdings nicht mit den Schätzungen der Al-Irakija-Liste. Eine Sprecherin des Bündnisses erklärte, Al-Irakija habe in mehreren Nordprovinzen den ersten Platz belegt und auch in den Grossstädten Bagdad und Basra sehr gut abgeschnitten.

Keine absolute Mehrheit

Die Kandidaten-Liste von Al-Maliki hat zwar die meisten Stimmen erhalten. Die absolute Mehrheit im Parlament hat sie jedoch nicht, so dass es auf eine Koalitionsregierung hinauslaufen wird.

Die Iraker hatten am vergangenen Sonntag zum zweiten Mal seit dem Sturz des Saddam-Regimes durch die US-Armee ein Parlament gewählt. Die Wahlkommission will die offiziellen Ergebnisse in den kommenden Tagen veröffentlichen.

(bert/sda)

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