Kommunikation der japanischen Kohlmeisen
Kohlmeisen-Gezwitscher folgt einer Art Grammatik
publiziert: Dienstag, 8. Mrz 2016 / 18:46 Uhr
Syntax ist keine Besonderheit der menschlichen Sprache, auch Kohlmeisen benutzen sie.
Syntax ist keine Besonderheit der menschlichen Sprache, auch Kohlmeisen benutzen sie.

Zürich - Wörter zu Phrasen oder Sätzen kombinieren können nicht nur Menschen: Auch japanische Kohlmeisen kombinieren ihre Rufe nach bestimmten Regeln, wie ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Zürich herausgefunden hat.

Bisher galt die Evolution von Syntax als einzigartig für die menschliche Sprache: Ein Regelwerk, um eine begrenzte Anzahl von Lauten zu kombinieren, um eine nahezu unbegrenzte Zahl von Bedeutungen zu erzeugen. Nun konnten Forscher der Universität Zürich gemeinsam mit Kollegen aus Japan und Schweden zeigen, dass auch das Gezwitscher japanischer Kohlmeisen syntaktischen Regeln folgt.

Laut einer Mitteilung der Universität Zürich vom Dienstag haben die Forschenden festgestellt, dass diese Singvogelart unterschiedliche Rufe und Rufkombinationen verwenden, um in bestimmten Situationen miteinander zu interagieren. Davon berichten sie im Fachjournal «Nature Communications».

Achtung, komm her!

Singvögel der Familie Paridae haben ein komplexes Rufrepertoire, das aus Kombinationen verschiedener Laute, zum Beispiel A, B, C und D besteht. Japanische Kohlmeisen (Parus minor) besitzen ein Repertoire aus mehr als zehn Tönen, die sie entweder allein oder in Kombination verwenden.

Die Lautabfolge «ABC» dient den Singvögeln beispielsweise als Warnung vor Raubfeinden, «D»-Rufe bedeuten hingegen «Komm her» und weisen zum Beispiel auf eine Futterquelle hin. Ob sie diese Rufe sinnvoll kombinieren können, um Artgenossen vor der Gefahr zu warnen, aber sich zusammenzurotten, um den Feind gemeinsam zu vertreiben, war bisher unbekannt.

Die Wissenschaftler spielten den Kohlmeisen in freier Wildbahn verschiedene Lautkombinationen vor und beobachteten ihr Verhalten. Tatsächlich wurden die Vögel durch die «ABC-D»-Kombination in Alarmbereitschaft versetzt und rückten näher zusammen. Spielten die Forscher den Singvögeln hingegen die Kombination «D-ABC» vor, reagierten sie nicht.

Keine Besonderheit der menschlichen Sprache

Daraus schlussfolgern die Wissenschaftler, dass Syntax keine Besonderheit der menschlichen Sprache sei, sondern sich auch in der Vogelwelt unabhängig entwickelt habe, schrieb die Universität Zürich. «Indem die Kohlmeisen verschiedene Rufe kombinieren, können sie mit einem limitierten Vokabular neue Bedeutungen generieren», erklärte Studienautor Michael Griesser in der Mitteilung.

Das erlaube ihnen, spezifische Verhaltensreaktionen auszulösen und damit vielfältige soziale Interaktionen zu koordinieren, so Griesser weiter. Aus den Erkenntnissen erhoffen sich die Forschenden auch Aufschluss darüber, welche Faktoren die Evolution von Syntax fördern und welche bei der Entwicklung der menschlichen Sprache mitgespielt haben könnten.

Aus Studien mit Primaten und Vögeln war bereits bekannt, dass auch manche Tierarten sinnlose Silben zu bedeutungsvollen «Begriffen» kombinieren könne. Die Syntax, also die Kombination von Wörtern und Wortgruppen zu grösseren Einheiten, wurde jedoch bisher als Eigenheit der menschlichen Sprache betrachtet.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Mehr Menschlichkeit für Tiere.
Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Auge in Auge mit der Natur.
Auge in Auge mit der Natur.
Publinews Ein fesselndes Erlebnis für gross und klein im Herzen des Kantons Graubünden. Besuchen Sie das Bündner Naturmuseum in Chur und entdecken Sie die natürliche Vielfalt des grössten Kantons der Schweiz. mehr lesen  
Publinews Wegen des grossen Erfolges und der Brisanz des zu Grunde liegenden Themas wurde die ... mehr lesen  
.
Tierquälerei  Zürich - 300 Tonnen Stopfleber, 200 Tonnen Hummer und 90 Tonnen Froschschenkel pro Jahr: ... mehr lesen  
Vor allem die Romandie interessiert sich nicht für die Kritik des Tierschutz.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... ist ja noch nicht so lange her, als dass einem das alternde aber gut ... Fr, 27.05.16 21:37
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tier ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 18°C 33°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 17°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 17°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 18°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 21°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten