Kolumbien will zur Befreiung von Geiseln weiter Armee einsetzen
publiziert: Donnerstag, 8. Mai 2003 / 08:58 Uhr

Medellín - Die Regierung in Kolumbien will auch nach einer missglückten Geiselbefreiung mit zehn Toten weiterhin die Armee zur Befreiung von Entführten einsetzen.

FARC-Rebellen in Kolumbien.
FARC-Rebellen in Kolumbien.
Die Regierung habe die Verpflichtung, die Freiheit jedes Kolumbianers wiederherzustellen, erklärte Vizepräsident Francisco Santos am Mittwoch bei einer Trauerfeier für die getöteten zehn Geiseln in Medellín.

Bei dem Befreiungsversuch der Armee am Montag hatte die linksgerichtete FARC-Guerilla acht Soldaten, einen Provinzgouverneur und einen früheren Verteidigungsminister getötet. Staatspräsident Álvaro Uribe sprach am Dienstagabend von einem äusserst traurigen Moment für die Nation und übernahm die volle Verantwortung für den Befreiungsversuch.

Die Familie der prominentesten Geisel der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), der Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt, hatte Uribe am Dienstag aufgefordert, von seiner harten Linie im Kampf gegen linksgerichtete Rebellen abzurücken.

Die FARC, mit 17 000 Mitgliedern die grösste Guerillaorganisation Lateinamerikas, kämpft seit 1964 gegen die Regierung in Bogotá. In dem Konflikt zwischen der Guerilla, ultrarechten paramilitärischen Gruppen und der Armee kamen bislang mehr als 200 000 Menschen ums Leben.

(bsk/sda)

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