Vorlage in der Vernehmlassung
Komatrinker sollen Spitalkosten selber tragen
publiziert: Freitag, 27. Jun 2014 / 18:07 Uhr / aktualisiert: Samstag, 28. Jun 2014 / 08:41 Uhr
Trinker sollen die Spitalkosten künftig selbst zahlen.
Trinker sollen die Spitalkosten künftig selbst zahlen.

Bern - Wer zu viel trinkt und deshalb ins Spital oder in die Ausnüchterungszelle muss, soll für die Kosten künftig selber aufkommen. So will es die nationalrätliche Gesundheitskommission. Am Freitag hat sie die Vernehmlassung zu einer entsprechenden Vorlage eröffnet.

4 Meldungen im Zusammenhang
Der Vorentwurf geht auf eine parlamentarischen Initiative des Zürcher SVP-Nationalrats Toni Bortoluzzi zurück. Die Vorlage geht davon aus, dass medizinische Behandlungen als Folge von übermässigem Alkoholkonsum grundsätzlich selbst verschuldet sind.

Deshalb sollen die Betroffenen künftig selber dafür aufkommen und nicht die soziale Krankenversicherung oder die Unfallversicherung. Damit wolle die Kommission letztlich die Eigenverantwortung der versicherten Personen stärken, teilten die Parlamentsdienste am Freitag mit.

Ausnahmen für Alkoholiker

Der Vorentwurf sieht Ausnahmen vor. So soll die Kostenbeteiligung nicht erhoben werden, wenn eine Person nachweisen kann, dass sie kein Verschulden am übermässigen Alkoholkonsum trifft oder die Leistungen unabhängig vom übermässigen Alkoholkonsum erbracht werden mussten.

Auch für Alkoholabhängige soll es Ausnahmen geben. Ab welchem Pegel ein Trinker allfällige Kosten tragen muss, soll der Bundesrat festlegen.

Die neue Regel soll nach dem Willen der Kommission vorerst nur für fünf Jahre eingeführt werden. Bis dann soll der Bundesrat die Wirkung wissenschaftlich überprüfen lassen. Die Vernehmlassung dauert bis Ende Oktober.

Eine Minderheit in der Kommission hatte das Gesetz abgelehnt. Aus Sicht der Gegner wird damit das Versicherungsprinzip der Krankenversicherung ausgehöhlt. Mit der gleichen Argumentation könnten beispielsweise auch Raucher oder Übergewichtige zur Kasse gebeten werden, argumentieren sie.

Wie die Chancen für die Kostenbeteiligung im Parlament stehen, ist offen. Bei der Beratung des Alkoholgesetzes hatte der Nationalrat letzten September einen ähnlichen Antrag aus der SVP abgelehnt, nach dem Verursacher ebenfalls die Kosten für Folgen von Alkoholexzessen tragen sollten.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Wer zu viel trinkt und deshalb ins Spital oder in die Ausnüchterungszelle muss, ... mehr lesen
Das Ziel sei die Stärkung der Eigenverantwortung.
Wer nach übermässigem Alkohol medizinisch versorgt werden muss, soll die Kosten selber tragen.
Bern - Die Gesundheitskommission des Nationalrats stösst mit ihrem Gesetzesvorschlag zum Komatrinken auf Widerstand. Ärzte, Suchtexperten und Kantonsvertreter erachten den ... mehr lesen
Wer zu viel trinkt und deshalb ins Spital oder in die Ausnüchterungszelle muss, soll ... mehr lesen
Wer zu viel trinkt und deshalb ins Spital oder in die Ausnüchterungszelle muss, soll sich an den Kosten beteiligen müssen. (Archivbild)
Um die Eigenverantwortung zu fördern, sollen allfällige Kosten selbst bezahlt werden.
Bern - Wer sich wegen starker ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Auch das ist Digital Health: Trainingsspiele für ältere Menschen (ZHAW-Forschungsprojekt «WeTakeCare»)
Auch das ist Digital Health: Trainingsspiele für ältere Menschen ...
ZHAW - Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften  Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen belegt die Schweiz im internationalen Vergleich die hinteren Plätze. Um Ränge gutzumachen, müssten Entscheidungsträger den digitalen Wandel aktiver mitgestalten, so das Fazit einer neuen ZHAW-Studie. mehr lesen 
Publinews Der Fachbegriff im Bereich der Medizin für eine Bindehautentzündung lautet Konjunktivitis. Diese entsteht selten durch eine ... mehr lesen  
Nur ein Augenarzt kann eindeutig feststellen, ob es sich um eine allergische Bindehautentzündung handelt.
Publinews Tabata ist eine Trainingsform, die aus kurzen Trainingsintervallen besteht. Die Trainingsmethode ist aus den 1990er-Jahren und soll die Trainierenden an ihre Grenzen bringen. mehr lesen  
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 11°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Basel 10°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
St. Gallen 12°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 10°C 15°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Luzern 11°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 10°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Lugano 12°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten