Kometenjäger ist kritisches Manöver gelungen
publiziert: Sonntag, 25. Feb 2007 / 08:02 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 25. Feb 2007 / 13:54 Uhr

Darmstadt - Auf seiner sieben Milliarden Kilometer langen Reise durch's All hat die europäische Raumsonde «Rosetta» ein kritisches Manöver am Mars erfolgreich bewältigt. Mit rund 30 000 Kilometern pro Stunde näherte sich die Sonde dem Mars bis auf 250 Kilometer.

«Rosetta» soll im Jahr 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erreichen.
«Rosetta» soll im Jahr 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erreichen.
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Durch die Schwerkraft des Roten Planeten wurde «Rosetta» auf die korrekte Flugbahn gelenkt, die sie bis über die Umlaufbahn des Planeten Jupiter hinaustragen wird.

Nächstes Ziel ist am 13. November das Gravitationsfeld der Erde, um Schwung für den weiten Weg zum Kometen Tschurjumow-Gerassimenko zu holen. «Rosetta» soll den Kometen 2014 erreichen.

«Heute haben wir einen wichtigen Schritt bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage zurückgelegt, ob das Leben auf der Erde mit Hilfe von Kometen begann», sagte David Southwood, ESA-Direktor für das wissenschaftliche Programm nach dem geglückten Manöver in Darmstadt.

Batterien funktionieren noch

Pünktlich am Sonntagmorgen um 3.40 Uhr MEZ war die Sonde wieder aus dem Marsschatten aufgetaucht. Zuvor war der Kontakt zum Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt rund 15 Minuten lang unterbrochen, die beiden 14 Meter langen Solarflügel wurden erstmals seit dem Start der Mission 24 Minuten lang nicht vom Sonnenlicht bestrahlt.

«Wir mussten uns darauf verlassen, dass die Batterien noch funktionieren, die wir seit dem Start vor drei Jahren nicht mehr gebraucht hatten», sagte Andrea Accomazzo, Leiter des Rosetta-Raumfahrzeugbetriebs.

Während der Sonnenfinsternis wurden alle nicht unbedingt notwendigen Geräte abgeschaltet oder in den Energiesparmodus gebracht. Auf das Manöver hätten sich die Flugingenieure seit Januar vergangenen Jahres vorbereitet.

Von der Mission erhoffen sich die Wissenschafter Erkenntnisse über die Anfänge des Planetensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. Ausserdem untersuchen sie, welche Rolle Kometeneinschläge bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben.

(bert/sda)

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