Kometenjäger kommt auf Touren
publiziert: Samstag, 5. Mrz 2005 / 08:17 Uhr

Darmstadt - Die Kometensonde Rosetta hat ihren Vorbeiflug an der Erde erfolgreich absolviert. Am Freitagabend um 23.10 Uhr (MEZ) näherte sie sich der Erde über Mexiko bis auf 1900 Kilometer.

Die Kometensonde soll in neun Jahren Tschurjumow-Gerasimenko erreichen.
Die Kometensonde soll in neun Jahren Tschurjumow-Gerasimenko erreichen.
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Diese Nähe sei ungewöhnlich, doch für den Schwung notwendig, sagte eine Sprecherin der Europäischen Kontrollstation ESOC in Darmstadt. Der drei Tonnen schwere Flugkörper konnte in dieser Zeit mit einfachen Ferngläsern verfolgt werden.

Rosetta war vor fast genau zwölf Monaten gestartet. Im Jahr 2014 soll sie den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko erreichen.

Je enger die Sonde die Erde umfliegt, desto mehr kommt sie in den Sog der Anziehungskraft und wird beschleunigt, erklärte die ESOC-Sprecherin. Durch das Manöver sei Rosetta um fast ein Drittel schneller geworden von rund sieben auf mehr als zehn Kilometer pro Sekunde. Das entspricht 37 000 Kilometer pro Stunde.

Geräte fehlerfrei

Ausserdem seien Daten ausgetauscht worden. Dabei habe sich gezeigt, dass alle Geräte an Bord fehlerfrei arbeiten, hiess es bei der Kontrollstation.

Die Sonde wird auch am Mars und noch zwei Mal an der Erde Schwung holen. Bei ihren nächsten Besuchen im November 2007 und 2009 wird sie allerdings nicht so dicht herankommen, sagte die Sprecherin. 2014 soll Rosetta dann den Kometen auf seinem Weg in Richtung Sonne begleiten und den Lander Philae auf ihm absetzen.

Von der Kometenforschung erhoffen sich Wissenschafter Erkenntnisse über die Anfänge des Planetensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. Ausserdem untersuchen sie, welche Rolle Kometeneinschläge bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben.

(rr/sda)

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