Der «König des Verrückten» blödelt weiter
Komikerlegende Jerry Lewis wird 75
publiziert: Montag, 12. Mrz 2001 / 11:03 Uhr / aktualisiert: Montag, 12. Mrz 2001 / 11:21 Uhr

New York - Er blödelt schon seit Jahrzehnten, doch ans Aufhören denkt Jerry Lewis noch nicht. «Wenn ich 95 bin, möchte ich allerdings mit einer Gehhilfe auf die Bühne dürfen», erbat sich der «König des Verrückten» kurz vor seinem 75. Geburtstag am Freitag.

Gemeinsam mit Dean Martin hat der Schauspieler, Regisseur und Produzent die amerikanische Film- und Theaterkomödie nachhaltig beeinflusst.

Auf der Bühne stand der in Newark (New Jersey) geborene Joseph Levitch schon mit fünf Jahren in der Unterhaltungsshow seiner Eltern. Der Vater war Nachtklub-Sänger, die Mutter Klavierspielerin.

Pausenclown in Strip-Lokalen

Von der Schule hielt er wenig, und als ihn auch noch ein Lehrer durch antisemitische Beschimpfungen kränkte, haute Lewis dem Mann eine runter und verschwand. Eine Woche später trat er als Pausenclown zwischen Stripteasenummern in einem Klub in Toronto auf. Auch für Nebenjobs wie dem eines Würstchenverkäufers war sich Lewis nicht zu fein.

Das Blödeln, die schielende Grimasse, das Stolpern über die eigenen Füsse und derber Wortwitz waren damals schon das Beiwerk, mit dem er zur Freude seiner Mitmenschen kleinere und grössere Missgeschicke des Alltags vergessen machte.

Das scheinbar durch und durch tollpatschige Wesen des jungen Mannes täuschte viele darüber hinweg, dass Lewis hinter der Clownmaske hart und zielstrebig daran arbeitete, seine Gags in gute Gage umzumünzen.

Duo mit Dean Martin

Dazu verhalf ihm bald die Begegnung mit dem neun Jahre älteren Dean Martin, der 1945 ebenfalls noch ein zwar begabter, aber weithin unbekannter Komödiant war. Gemeinsame Auftritte in Atlantic City brachten das Publikum zum Grölen und schon 1946 den Durchbruch zu grossen Erfolgen im Kino, später auch im Fernsehen.

«Die Energie dieser Bindung hat uns werden lassen, was wir gewesen sind», sagte Lewis einmal. Seine Filme mit Martin waren seit Ende der 40er Jahre bis zur Trennung des Duos 1956 Kassenschlager, darunter «My Friend Irma» und «The Stooge».

Die Erfolgssträhne riss auch nicht ab, als die Erzkomödianten wieder getrennte Wege gingen. Mit eigenen Inszenierungen liess Lewis nun etwas deutlicher durchblicken, dass er sich bei all dem Ausrutschen auf Bananenschalen und unfreiwilligen Wasserduschen durchaus in der Tradition grosser Vorbilder sah, unter ihnen Laurel & Hardy, vor allem aber Charlie Chaplin.

«King of Comedy»

Dieser adelte Lewis praktisch, als er eine Originalkopie seiner «Modern Times» gegen eine von Lewis' «Bellboy» tauschte. Der Film, eine Hommage an Stan Laurel, war 1960 der erste, bei dem Lewis auch Regie führte. Später drehte er Streifen, die bis heute als komödiantische Meisterwerke gelten, darunter «Der verrückte Professor» (1963) und «Wo, bitte, geht's zur Front» (1970).

In seiner ersten dramatischen Rolle spielte Lewis 1981 an der Seite von Robert de Niro in Martin Scorseses «King of Comedy» einen berühmten Showmaster, der von einem Verehrer entführt wird. Mehr als sonst war er nach diesem Film von den Kritikern enttäuscht. Sie hätten ihn zwar ausgiebig gelobt, aber keinem sei aufgefallen, dass er überhaupt nicht geschauspielert habe, sondern einfach er selbst gewesen sei.

(Thomas Burmeister/dpa)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Martin Schranz
Martin Schranz
Publinews Der Erfolgsmensch Martin Schranz ist unter die Autoren gegangen. Nach Abschluss eines anstrengenden Projekts stand ihm, wie er selbst sagt, der Sinn nach etwas Neuem. Gut so, denn nun können wir uns auf Einblicke in sein Leben und wertvolle Tipps für mehr Erfolg und Zufriedenheit freuen. Get Stuff Done ist die Devise! mehr lesen  
Der 50. Geburtstag brachte nichts Gutes mit sich für Leinwandlegende  Jeff Daniels (61) wusste nach seinem zweiten Rückfall in die Alkoholsucht, dass er sich nicht alleine erholen können würde. mehr lesen  
Es sind zwei Mädchen  Ronnie Wood (68) ist angeblich Vater ... mehr lesen
Ronnie Wood und Ehefrau Nr. 3, Sally Humphreys.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • jorian aus Dulliken 1754
    SRG: Eishockey & und der ESC Wer am Leutschenbach nicht gehorcht, muss den ESC oder die Eishockey WM ... Fr, 13.05.16 05:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Komiker... Böhmermann wird vermurlich, damit die Türkei-Deal-Marionetten in Berlin ... Di, 12.04.16 13:37
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Fazit: Ein hervorragender Schauspieler, der sein Mäntelchen wechselt, wie ein ... Sa, 19.03.16 09:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Auch nicht besser als ein Charakterloser in einer Stunde vom Oberguru Blocher vom Paulus zum ... Fr, 18.03.16 21:51
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Angelina Jolie... ist eine mittelmässige Schauspielerin, die engagiert wird, um an den ... Mi, 16.03.16 16:47
  • Pacino aus Brittnau 731
    Stimmt . . . Als Selbstständiger ist Polo definitiv auf jeden Franken angewiesen. Es ... Do, 21.01.16 17:26
Nick Jonas tourt diesen Sommer mit Devi Lovato durch Nordamerika.
FACES Nick Jonas hatte Angst um Demi Lovato Nick Jonas (23) gestand, dass er früher fürchtete, ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich -2°C 5°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 0°C 7°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 0°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 0°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Luzern -1°C 2°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
Genf 0°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 2°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten