Komitee kämpft für flexibles Rentenalter
publiziert: Montag, 13. Okt 2008 / 12:05 Uhr

Bern - Angesichts der Krise an den Börsen ist eine solide und gerechtere AHV nötiger denn je. Dieser Meinung ist ein überparteiliches Komitee, das sich für ein Ja am 30. November zur freiwilligen Frühpensionierung ab 62 ohne Rentenkürzung einsetzt.

Besonders Frauen könnten sich mit ihren kleineren Einkommen kaum erlauben, frühzeitig in Pension zu gehen.
Besonders Frauen könnten sich mit ihren kleineren Einkommen kaum erlauben, frühzeitig in Pension zu gehen.
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Das Komitee aus SP, Grünen, EVP und Christlichsozialer Partei (CSP) hat seine Argumente zugunsten der Volksinitiative «für ein flexibles AHV-Rentenalter» präsentiert.

Ein altes Versprechen von Bundesrat und Parlament müsse nun endlich eingelöst werden, hiess es an einer Medienkonferenz in Bern.

SP-Präsident Christian Levrat unterstrich die soziale Notwendigkeit des Volksbegehrens. Es sei «eine absolute Ungerechtigkeit», dass sich nur Gutverdienende die frühere Pensionierung leisten könnten. Laut Marius Achermann von der CSP trifft diese Ungerechtigkeit auch viele Selbständigerwerbende.

Ein Anliegen der Gleichstellung

Die ungekürzte vorzeitige Rente für Einkommen unter 120'000 Franken sei überdies ein Anliegen der Gleichstellung, sagte Vizepräsidentin Franziska Teuscher von den Grünen. Mit ihren kleineren und unregelmässigen Erwerbseinkommen könnten es sich vor allem Frauen kaum erlauben, frühzeitig in Pension zu gehen.

Die gegnerische Kostenschätzung von 1,5 Milliarden Franken weist das Komitee zurück. Mit den Initianten erwartet Levrat einen Mehraufwand von 800 Millionen.

Der AHV-Beitrag müsse lediglich von 8,4 auf 8,64 Prozent angehoben werden. Bei einem mittleren Einkommen mache dies für Arbeitnehmer und Arbeitgeber 6.50 Franken im Monat aus.

Angesicht der gegenwärtigen Turbulenzen im Finanzsystem sei eine solide und solidarische AHV für die soziale Sicherheit wichtiger denn je, sagte Levrat. Die erste Säule sei gegen Finanzkrisen resistenter als die Pensionskassen und die Privatversicherungen, denn sie müsse ihre Renten nicht an der Börse «erspielen».

(dl/sda)

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