Übergriffe in Tunesien werden untersucht
Kommission untersucht Vorgehen der Sicherheitskräfte in Tunesien
publiziert: Sonntag, 23. Jan 2011 / 11:25 Uhr
Gewalt gegen Demonstranten: «Wir werden der Frage nachgehen, wer gab die Erlaubnis für den Einsatz der Schusswaffen.»
Gewalt gegen Demonstranten: «Wir werden der Frage nachgehen, wer gab die Erlaubnis für den Einsatz der Schusswaffen.»

Tunis - In Tunesien soll eine unabhängige Kommission die Rolle der Sicherheitskräfte bei den gewaltsamen Übergriffen auf Demonstranten untersuchen, bei denen in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen getötet wurden.

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«Wir werden der Frage nachgehen, wer gab die Erlaubnis für den Einsatz der Schusswaffen», sagte der Chef der Untersuchungskommission, Taoufik Bouderbala, am Samstag. Er verwies darauf, dass in einzelnen Fällen offenbar gezielt auf Köpfe und Oberkörper der Menschen geschossen worden sei.

Es gehe jetzt darum, die Fakten zu prüfen, warum mit Waffen gegen Menschen vorgegangen sei, die unbewaffnet Brot und Freiheit gefordert hätten.

Nach Angaben des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte wurden bei dem Aufstand 117 Menschen getötet, 70 davon durch Schüsse mit scharfer Munition. Tunesiens Innenminister Ahmed Friaa gab die Zahl der Toten mit 78 an.

Polizisten auf der Seite der Protestierenden

Am Samstag hatten sich Tausende Polizisten und Sicherheitskräfte den wieder erstarkten Massenprotesten angeschlossen, die sich nunmehr gegen die umstrittene Übergangsregierung richten. Sie erteilten damit dem amtierenden Ministerpräsidenten Mohamed Ghannouchi eine Abfuhr, der um Geduld gebeten und seinen baldigen Rückzug in Aussicht gestellt hatte.

Die Polizeibeamten distanzierten sich mit ihrem Protest demonstrativ vom gestürzten Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali, der sich bei seinem gescheiterten Kampf gegen das Aufbegehren der Strasse bis zuletzt auf die harte Hand der Sicherheitskräfte verlassen konnte.

Der gestürzte Präsident Ben Ali, der einst als Innenminister seinen eigenen Vorgänger entmachtet hatte, zählte bei der Unterdrückung von Protesten jahrelang auf die Polizei und die Sicherheitskräfte.

(asu/sda)

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