Kommt die Retourkutsche gegen Lettland?
publiziert: Freitag, 10. Okt 2008 / 22:17 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Okt 2008 / 22:55 Uhr

Lettland hat in seiner jungen Sportgeschichte verhältnismässig viel und bereits eine EM-Endrunde erreicht. Ein positiver Auftritt gegen die Schweiz wäre für die Fussballer wichtig, um gegenüber der Eishockey-Auswahl nicht weiter an Terrain einzubüssen.

Lettlands Trainer Aleksandrs Starkovs.
Lettlands Trainer Aleksandrs Starkovs.
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Zur Kategorie der Exoten zählen die Letten nicht. Der Kleinstaat mit nur zwei Millionen Einwohnern hat seit der Abspaltung von der ehemaligen Sowjetunion vor 16 Jahren bereits einen Coup vorzuweisen: 2004 nahm Lettland an der EM in Portugal teil und erreichte dank dem verblüffenden 0:0 gegen den dreifachen Weltmeister Deutschland (wie die Schweiz) ein Remis.

Eine nachhaltige Euphorie löste die EM-Kampagne nicht aus. In der heimischen Liga kämpfen die Klubs gegen einen Zuschauerschwund. Für den letzten Spitzenkampf zwischen Liepaja und Skonto Riga interessierten sich knapp 1000 Anhänger. «Das Hauptproblem ist die Infrastruktur. Die Leute wollen zumindest einen minimalen Komfort. Daran müssen die Klubs arbeiten», nennt Verbandssprecher Martins Hartmanis einen der Hauptgründe für das tiefe Interesse für den Klub-Fussball.

Im Schatten des Eishockeys

Im Gegensatz zu anderen Ländern steht der «Lavijas Fubola Federacija» nicht zuoberst in der Gunst der Öffentlichkeit. Sportarten wie Eishockey und Basketball sind populärer. Das Eishockey-Nationalteam wird jeweils von mehreren tausend Fans an Auswärtsspiele begleitet. Das Geld fliesst im Fussball im Vergleich zu anderen Staaten des früheren Ostblocks nicht in Strömen. Der Verbandshauptsitz ist mittlerweile in einem arg renovationsbedürftigen Zustand. Und auf den ehemaligen Trainingsplätzen entsteht eine Häusersiedlung.

Aus der Optik der Nationalmannschaft betrachtet, ist die Situation indes nicht hoffnungslos. Seit einem Jahr wird die Auswahl wieder von Alexander Starkovs betreut, der das Team vor vier Jahren an die EM-Endrunde geführt hatte. Der lettische Coach setzt konsequent auf ein 4-4-2-System und hat einen Kern zur Verfügung, der über unerhört viel Routine verfügt. Captain Vitalijs Astafjevs (Skonto Riga) trägt die Erfahrung von 147 Länderspiele auf den Platz.

Qualitäten in der Offensive

Die Auswahl an Spielern ist beschränkt, aber nicht schlecht. In der Defensive kommt mit dem früheren GC-Verteidiger Igors Stepanovs womöglich ein Akteur zum Einsatz, der seit Monaten ohne Verein ist. Derzeit verhandle der Abwehrchef mit dem holländischen Klub De Graafschap, war aus dem Umfeld der Letten zu vernehmen. Mit der Schweiz verbindet der «Schweiger» keine schöne Erinnerung. Nach einem Ellbogenschlag gegen Keita war Stepanovs 2006 von GC fristlos entlassen worden.

Die Qualität der Equipe ist in der Offensivabteilung vereint: Mit Topskorer Maris Verpakovskis von Celta Vigo (23 Tore in 73 Länderspielen) und Girts Karlsons verfügt Lettland über einen Angriff der gehobenen Klasse. «Die Nummer 9 und die 11 sind zu beachten», betonte auch der Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld in seiner Einschätzung der Osteuropäer und rechnet mit einem Gegner, «der mitspielt und mit vier, fünf Spielern in die Offensive gehen kann».

Gestartet ist der Aussenseiter mit einem 2:1 in Moldawien und einer 0:2-Heimniederlage gegen Leader Griechenland. Im Heimspiel enttäuschte Lettland. Ohne Speed und naiv hätte Lettland gespielt, kritisierten die Medien die missratene Darbietung gegen die Griechen harsch. Vor der Partie Schweiz haben die Letten Respekt und schieben dem Gastgeber die Favoritenrolle zu. «Für uns war es sicher kein Vorteil, dass die Schweizer gegen Luxemburg verloren haben», erklärte Starkovs.

Rangliste:
(je 2 Spiele): 1. Griechenland 6. 2. Israel 4. 3. Lettland 3 (2:3). 4. Luxemburg 3 (2:4). 5. Schweiz 1. 6. Moldawien 0.

Die nächsten Spiele:
Am Mittwoch: Griechenland - SCHWEIZ (20.30), Luxemburg - Moldawien (20.15), Lettland - Israel (18.00).

Samstag, 28. März 2009: Moldawien - SCHWEIZ, Luxemburg - Lettland, Israel - Griechenland.

Mittwoch, 1. April: SCHWEIZ - Moldawien, Lettland - Luxemburg, Griechenland - Israel.

Samstag, 5. September: SCHWEIZ - Griechenland, Israel - Lettland, Moldawien - Luxemburg.

Mittwoch, 9. September: Lettland - SCHWEIZ, Israel - Luxemburg, Moldawien - Griechenland.

Samstag, 10. Oktober: Luxemburg - SCHWEIZ, Griechenland - Lettland, Israel - Moldawien.

Mittwoch, 14. Oktober: SCHWEIZ - Israel, Griechenland - Luxemburg, Lettland - Moldawien.

(von Sven Schoch (Si)/Si)

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