Komplizen des Rachemörders in Lugano vor Gericht
publiziert: Dienstag, 23. Mrz 2004 / 13:41 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 23. Mrz 2004 / 14:02 Uhr

Lugano - Vor dem Strafgericht in Lugano hat der Prozess gegen die Ehefrau sowie zwei aus Moldawien stammende Komplizen des mutmasslichen Rachemörders von Ponte Capriasca begonnen. Dem Trio wird Beihilfe zum versuchten Mord vorgeworfen.

Die Täter gingen mit grosser Brutalität und Skrupellosigkeit vor.
Die Täter gingen mit grosser Brutalität und Skrupellosigkeit vor.
Der Tessiner Staatsanwalt Arturo Garzoni wirft den Angeklagten vor, die Rachepläne des 33-jährigen deutsch-rumänischen Doppelbürgers gekannt zu haben, der seit 15 Monaten in Bukarest in U-Haft sitzt. Der Deutsch-Rumäne wollte drei Schweizer Grenzwächter für eine in seinen Augen unfaire Behandlung während einer Kontrolle am Grenzübergang Chiasso-Brogeda bestrafen.

Zu diesem Zweck nahm er Kontakt zu den beiden Moldawiern, Vater und Sohn, auf. Diese sollten ihn auf seiner Rachemission begleiten. Weil die beiden Moldawier kein Visum für eine Reise in die Schweiz erhielten, kam der Deutsch-Rumäne nur in Begleitung eines Tschetschenen - angeblich ein Berufskiller - ins Tessin.

Als erstes machte das Duo in Ponte Capriasca Halt, wo einer der Grenzwächter lebte. Der Gesuchte war an jenem 3. Dezember 2002 allerdings nicht zu Hause. Weshalb die beiden Osteuropäer die schwangere Ehefrau des Grenzwächters vor den Augen einer Zeugin umbrachten, ist noch nicht geklärt. Der Deutsch-Rumäne macht dafür ein Missverständnis verantwortlich.

Nach dem Tötungsdelikt verliessen die beiden mutmasslichen Täter das Tessin Hals über Kopf. Der Deutsch-Rumäne wurde am 13. Dezember 2002 nach zehn Tagen Flucht (mit den Stationen Vaduz, Wien, Rio de Janeiro, London und Warschau) im Norden Rumäniens verhaftet. Seitdem sitzt er in Bukarest in U-Haft. Vom Tschetschenen fehlt nach wie vor jede Spur. Er wird in Russland vermutet.

Ein Urteil gegen die drei in Lugano angeklagten Personen wird frühestens am 6. April erwartet.

(fest/sda)

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