Kongo: Beginn der ersten freien Wahlen seit 40 Jahren
publiziert: Sonntag, 30. Jul 2006 / 12:50 Uhr

Kinshasa - In der Demokratischen Republik Kongo haben die ersten freien Wahlen seit über 40 Jahren begonnen. Die Wahllokale für die über 25 Millionen Wahlberechtigten öffneten wie geplant um 6.00 Uhr.

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Für das Präsidentenamt im früheren Zaire bewerben sich 33 Kandidaten, darunter Amtsinhaber Joseph Kabila. Aussichtsreichster Konkurrent Kabilas ist der ehemalige Rebellenchef und derzeitige Vize-Präsident, Jean-Pierre Bemba.

Neben dem Präsidenten wird auch das Parlament neu bestimmt. Mehr als 9000 Kandidaten bewerben sich für die 500 Plätze des Parlaments. Mit ersten aussagekräftigen Ergebnissen wird Mitte August gerechnet.

Für den Urnengang wurden Schulen, Kirchen und Zelte in rund 50´000 Wahllokale umgewandelt. In vielen schwer zugänglichen Teilen des Landes mit der Grösse Westeuropas mussten die Wahlzettel in Rucksäcken oder Kanus zu den Wahllokalen gebracht werden.

Wiederaufbau des Landes

«Dies ist der wichtigste Tag in der Geschichte unseres Landes», sagte Joseph Kabila nach der Stimmabgabe. Jetzt sei es wichtig, dass der Wiederaufbau des Landes beginne, fügte er hinzu.

Bei Ausschreitungen in den vergangenen Tagen hatte es mehrere Tote gegeben. Besonders im Osten bedrohen Rebellen und Milizen die Wahl. Die Wahlen stehen unter der Aufsicht von 47´000 einheimischen und 1500 internationalen Beobachtern, die unter anderem von der Europäischen Union gestellt wurden.

Komplexer UNO-Einsatz

Für die UNO ist dies der grösste und komplexeste Einsatz dieser Art in ihrer Geschichte. Insgesamt hat sie 17´000 Soldaten in die Region entsandt.

Der heute 35-jährige Joseph Kabila ist seit 2001 an der Macht. Er übernahm das Amt von seinem ermordeten Vater Laurent-Désiré Kabila und führte seither eine Übergangsregierung. Vor Laurent-Désiré Kabila war es Mobutu Sese Seko, der von 1965 bis 1997 das Land autoritär regiert hatte.

Mit den Wahlen vom Sonntag soll nun ein endgültiger Schlussstrich gezogen werden, nicht zuletzt unter den Bürgerkrieg von 1998 bis 2003. Sechs Nachbarstaaten waren darin verwickelt. Rund vier Millionen Menschen starben, vorwiegend an Hunger und Krankheiten.

(bert/sda)

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