Kopf-an-Kopf-Rennen in Nordzypern
publiziert: Sonntag, 14. Dez 2003 / 20:46 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 14. Dez 2003 / 22:12 Uhr

Nikosia - Bei der Parlamentswahl in der türkischen Republik Nordzypern zeichnet sich nach ersten Ergebnissen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern einer Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel ab.

Die Wahl galt als Referendum für oder gegen eine Wiedervereinigung vor dem EU-Beitritt.
Die Wahl galt als Referendum für oder gegen eine Wiedervereinigung vor dem EU-Beitritt.
Nach Auszählung von knapp 20 Prozent der Stimmen lagen die beiden grössten Oppositionsparteien, die eine Vereinigung befürworten, mit 48,5 Prozent vorn, wie türkische Medien berichteten. Die beiden konservativen Regierungsparteien kamen auf 45,5 Prozent.

Die Wahl in der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern galt als Referendum für oder gegen eine Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Insel vor dem EU-Beitritt im Mai nächsten Jahres.

Rund 141 000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, unter den mehr als 350 Kandidaten die 50 Mandatsträger zu wählen. Die Parteienlandschaft in der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern ist gespalten in Befürworter und Gegner einer Wiedervereinigung.

Während die Opposition für eine Wiedervereinigung vor dem EU-Beitritt Zyperns am 1. Mai 2004 eintritt, möchte das Regierungslager um Präsident Rauf Denktasch den Status quo beibehalten. Bei einem Fortbestand der Teilung würde das EU-Regelwerk zunächst nur im griechischen Süden Zyperns gelten.

Die pro-europäischen Oppositionsparteien hatten für den Fall eines Sieges angekündigt, die Gespräche mit den griechischen Zyprern über eine Wiedervereinigung unter Schirmherrschaft der UNO wieder aufzunehmen und sie rechtzeitig zum EU-Beitritt Zyperns abschliessen zu wollen.

(bert/sda)

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