Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Karsai und Abdullah
publiziert: Dienstag, 25. Aug 2009 / 15:40 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 25. Aug 2009 / 19:51 Uhr

Kabul - Fünf Tage nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan zeichnet sich nach Auszählung der ersten Stimmen ein überraschend knappes Rennen zwischen Amtsinhaber Hamid Karsai und seinem Herausforderer Abdullah Abdullah ab.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai sieht sich als Gewinner der Wahl.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai sieht sich als Gewinner der Wahl.
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Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) teilte mit, Karsai habe bislang knapp 41 Prozent der Stimmen gewonnen. Ex-Aussenminister Abdullah komme auf knapp 39 Prozent. Allerdings veröffentlichte die IEC nur Ergebnisse aus rund zehn Prozent der Wahllokale und nur aus 21 der 34 afghanischen Provinzen.

Von den gut 524'000 ausgezählten und gültigen Stimmen entfielen der Wahlkommission zufolge fast 213'000 auf Karsai und fast 203'000 auf Abdullah.

95 Prozent der abgegebenen Stimmzettel waren trafen inzwischen bei der Wahlkommission ein. Wahlzettel aus den Provinzen Helmand im Süden und Badachschan im Norden lagen noch nicht vor.

Wie aussagekräftig dieses erste Ergebnis ist, blieb offen. Sollte sich der Trend aber fortsetzen, käme es zu einer Stichwahl zwischen Karsai und Abdullah. Ein Sprecher der Wahlkommission kündigte an, die Teilergebnisse würden von nun an jeden Tag aktualisiert. Das Endergebnis soll jedoch frühestens am 3. September feststehen.

Unabhängige Wahlbeobachter hatten zahlreiche Unregelmässigkeiten bei der Abstimmung festgestellt. Am Dienstag stieg die Zahl der Beschwerden sprunghaft an.

Bombenanschlag in Kandahar

Indes hielt die Gewalt im Land an. Bei einem Selbstmordanschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar wurden nach Polizeiangaben mehr als 30 Zivilisten getötet und über 60 verletzt. Ziel des Anschlags sei der Sitz einer kanadischen Hilfsorganisation gewesen, teilte ein Sprecher des örtlichen Gouverneurs mit.

Zuvor waren bei einem Anschlag in Südafghanistan bereits vier US-Soldaten ums Leben gekommen. Für die ausländischen Truppen in Afghanistan ist es bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes.

(smw/sda)

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