Korallen am Great-Barrier-Riff wachsen zu langsam
publiziert: Donnerstag, 1. Jan 2009 / 20:59 Uhr

Queensland - Viele Korallen des Great-Barrier-Riffs vor Australien wachsen derzeit so langsam wie nie zuvor in den vergangenen 400 Jahren. Wissenschafter sehen die mit dem Klimawandel einhergehende Versauerung der Ozeane als Ursache.

Eine rote Koralle.
Eine rote Koralle.
Wir unterstützen Sie bei der Entwicklung Ihrer Klimastrategie und zeichnen Sie mit dem SwissClimate CO2e-Label aus.
3 Meldungen im Zusammenhang
Forscher vom australischen Institut für Meereswissenschaften in Queensland sprechen in ihrer Studie von einer «ernsten» und «plötzlichen» Veränderung ist. Die Studie erscheint im Fachmagazin «Science».

Die Forscher untersuchten 328 Kolonien von Steinkorallen an 69 Stellen des mehr als 2000 Kilometer langen Great-Barrier-Riffs entlang der Ostküste Australiens.

Es ist das grösste der Welt. Die Organismen gedeihen über Jahrhunderte. Sie lagern dabei Kalk an und bilden Jahresringe, an denen sich ihr Wachstum ablesen lässt. Korallen sind damit ein natürliches Archiv der Umweltbedingungen - ähnlich wie Bäume.

Über 14 Prozent weniger Kalk

Von 1990 bis 2005 haben die untersuchten Korallen 14,2 Prozent weniger Kalk angelagert als zuvor. Ein derart langsames Wachstum habe es seit 400 Jahren nicht gegeben, schreiben die Forscher in «Science».

Sie führen die Resultate auf das vom Menschen freigesetzte Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) zurück. Dieses wird zum grossen Teil von den Meeren aus der Atmosphäre aufgenommen. Die damit einhergehenden chemischen Reaktionen lassen die Ozeane saurer werden, der pH-Wert sinkt also.

Artenreicher Lebensraum

Daraufhin haben die Kalkbildner unter den Meerestieren - etwa Muscheln oder Korallen - Schwierigkeiten, sich genügend Baumaterial aus dem Wasser zu holen.

Diesen Zusammenhang hatten sowohl Vorhersagen als auch Untersuchungen in der Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt. Wenn die beobachteten Effekte auch für andere Organismen des Great-Barrier-Riffes und weitere Korallenriffe weltweit gelten, laufen diese Lebensräume Gefahr, förmlich ihr Fundament zu verlieren.

Dies hätte dramatische Folgen: Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Lebensräumen. Sie sind unter anderem Kinderstube und Rückzugsgebiet vieler Organismen und damit von zentraler Bedeutung für das Leben im Meer. Bereits jetzt sind fast alle Riffe durch zahlreiche Eingriffe des Menschen geschädigt.

(tri/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bremen - Die Frage, wie die sehr produktiven Korallenriffe in ihrer extrem nährstoffarmen Umgebung überleben können, hat ... mehr lesen
Lange war nicht klar, von wo die Korallen ihre Nährstoffe herholen. (Symbolbild)
Washington - Wegen des Klimawandels droht der Hälfte der Weltbevölkerung laut einer Studie bis zum Ende dieses Jahrhunderts ein ... mehr lesen 1
Der zunehmend trockener werdende Boden werde den Ertrag schmälern.
Wir unterstützen Sie bei der Entwicklung Ihrer Klimastrategie und zeichnen Sie mit dem SwissClimate CO2e-Label aus.
UNO-Klimakonferenz Lima  Lima - Die UNO-Klimakonferenz in Lima hat sich in einem Minimalkonsens auf erste Grundlagen für einen Weltklimavertrag verständigt. Die ... 1
UNO-Klimakonferenz: Das übergreifende Ziel ist es, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen.
Entscheidende Runde an der UNO-Klimakonferenz Lima - Die Verhandlungen an der UNO-Klimakonferenz in Lima sind am Freitagabend in die entscheidende Runde gegangen. Die ...
Tausende demonstrieren in Lima für mehr Umweltschutz Lima - Am Rande des UNO-Klimagipfels haben in Lima am Mittwoch tausende Menschen für mehr ...
Mehr Umweltschutz wird gefordert.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2633
    Es... ist zumindest erfreulich, dass die Thematik die alle betrifft, ... Di, 16.12.14 21:15
  • jorian aus Dulliken 1534
    Klimaschutz?!? Wollt ihr das Klima schützen müsst ihr sofort die Stromsparlampen ... So, 07.12.14 08:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1104
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1104
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1534
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1104
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich -1°C 6°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel -1°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 1°C 10°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern -2°C 8°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern -1°C 8°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Genf -2°C 9°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 3°C 10°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten