Kosovo erklärt Unabhängigkeit von Serbien
publiziert: Sonntag, 17. Feb 2008 / 15:02 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 17. Feb 2008 / 22:37 Uhr

Pristina - Ungeachtet heftiger Proteste aus Belgrad hat die bisherige südserbische Provinz Kosovo ihre Unabhängigkeit ausgerufen. Die Abgeordneten des Parlaments in Pristina votierten für einen unabhängigen, souveränen und demokratischen Staat.

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Sein Land werde alle Auflagen für einen weitgehenden Schutz der serbischen Minderheit erfüllen und weiter mit den Vereinten Nationen und der EU zusammenarbeiten, sagte Regierungschef Hashim Thaci. Von den geschätzten 2,1 Millionen Einwohnern sind 95 Prozent Albaner.

«Wir wollen die volle Mitgliedschaft in der EU», sagte Thaci. Er appellierte an die NATO, die 17'000 Soldaten umfassende Schutztruppe KFOR im Kosovo zu belassen.

Friedliche Feiern

In der Hauptstadt Pristina und in den anderen Städten im Kosovo hatten schon vor der offiziellen Unabhängigkeitserklärung Hunderttausende den neuen Staat bejubelt.

Die Menschen tanzten in den Strassen, schwenkten albanische, amerikanische und europäische Fahnen und zeigten mit Transparenten ihre Freude. Auch die Landsleute im benachbarten Albanien und Mazedonien veranstalteten Feiern.

Keine serbische Anerkennung

Serbiens Regierungschef Vojislav Kostunica bekräftigte in einer ersten Reaktion, sein Land werde die Unabhängigkeit nicht anerkennen und niemals die Ansprüche auf das Kosovo aufgeben.

Es handle sich um einen «falschen Staat, der unter der Militärkontrolle der USA steht», einen Marionettenstaat der NATO, sagte Kostunica in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache. Russland als enger Verbündeter Serbiens beantragte umgehend die Einberufung des UNO-Sicherheitsrats.

EU sucht gemeinsame Haltung

Die EU-Regierungen haben bereits der Entsendung von bis zu 1900 Polizisten und Juristen in das Kosovo zugestimmt. Die Union sucht bei einem Treffen der 27 EU-Aussenminister an diesem Montag in Brüssel nach einer gemeinsamen Haltung zum unabhängigen Kosovo-Staat.

Vor allem einige EU-Mitglieder mit Minderheiten-Problemen wie Zypern, Griechenland, Spanien, die Slowakei und Rumänien lehnen die Anerkennung des Kosovos grundsätzlich oder zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt ab.

(bert/sda)

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