Kostelic in der Kombination nicht zu schlagen
publiziert: Samstag, 18. Feb 2006 / 16:42 Uhr

Janica Kostelic bleibt die Königin der Kombination. Die Kroatin war nach zwei Slalom-Läufen und der Abfahrt erneut die Beste vor Marlies Schild, die völlig überraschend Anja Pärson auf Platz 3 verwies.

Janica Kostelic setzt den Medaillenreigen fort. (Archivbild)
Janica Kostelic setzt den Medaillenreigen fort. (Archivbild)
Fränzi Aufdenblatten verzichtete auf den Start in der Abfahrt. Im Slalom hatte Janica Kostelic mit 46 Hundertsteln Rückstand Marlies Schild den Vortritt lassen müssen, doch in der Abfahrt drehte sie erwartungsgemäss um - obwohl auch die Salzburgerin eine ausgezeichnete Leistung zeigte, ja über sich hinauswuchs und ganz überraschend das prognostizierte Duell Kostelic vs. Pärson zu einem Dreikampf werden liess.

Derweil sich Anja Pärson mit Bronze bescheiden musste und sich mit dem ersten Olympiasieg weiter gedulden muss, liess sich Janica Kostelic auch durch körperliche Probleme nicht vom Erfolg abbringen. Nachdem sie wegen erhöhtem Puls auf den Start in der Abfahrt hatte verzichten müssen, war sie an den beiden Wettkampftagen der Kombination wegen einer fiebrigen Erkältung nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.

Erstmals viermal Gold

Auch dies reichte aber für eine weitere Bestmarke. Die Kroatin ist die erste Alpine mit vier olympischen Goldmedaillen. In Salt Lake City triumphierte sie in der Kombination, im Riesenslalom und im Slalom und holte dazu im Super-G Silber. Auf drei Goldene (und je eine Silberne und Bronzene) hatte es einst auch Vreni Schneider gebracht.

In der Kombination holte Janica Kostelic ihren vierten Titel hintereinander an Grossanlässen; den «Zweikampf» hatte sie auch an den Weltmeisterschaften 2003 und 2005 für sich entschieden. Und auch in den spärlichen Weltcup-Konkurrenzen gab sie immer den Ton an; sie siegte hintereinander in Lenzerheide (Dezember 2002), in San Sicario (Januar 2005) und vor einem Monat in St. Moritz.

Aufdenblatten verzichtet

Fränzi Aufdenblattens Startverzicht in der Abfahrt war nachvollziehbar. Mit dem Rückstand von über sieben Sekunden aus dem Slalom sah sie keine Chance mehr, den angestrebten 15. Platz zu erreichen. Mindestens dieses Resultat wäre nötig gewesen, damit sie für die Weltcup-Startliste Punkte und dadurch für den Riesenslalom vom nächsten Freitag eine tiefere Startnummer erhalten hätte. Der Walliserin fehlen noch 28 Punkte bis zur 400er-Grenze, die in sämtlichen Disziplinen bessere Startpositionen garantiert.

Der zweite Wettkampf dieser Spiele wurde für die Fahrerinnen zur Geduldsprobe. Nach der Absage der Abfahrt am Freitag stand deren Durchführung auch am Samstag wegen Schneefalls während Stunden in der Schwebe. Nachmittags um 15.30 Uhr gings dann doch noch los; kurz vor dem Eindunkeln hatte sich Janica Kostelic als «Königin der Kombination» bestätigt.

Schlussklassement:
1. Janica Kostelic (Kro) 2:51,08. 2. Marlies Schild (Ö) 0,50 zurück. 3. Anja Pärson (Sd) 0,55. 4. Kathrin Zettel (Ö) 1,33. 5. Nicole Hosp (Ö) 2,13. 6. Michaela Kirchgasser (Ö) 2,40. 7. Martina Ertl (De) 3,20. 8. Jessica Lindell-Vikarby (Sd) 4,11. 9. Julia Mancuso (USA) 4,36. 10. Brigitte Acton (Ka) 4,67.

(ht/sda)

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