Kranke Hühner legen keine Eier - Traurige Ostern in Holland
publiziert: Freitag, 18. Apr 2003 / 17:45 Uhr

Den Haag - Gerade in der Zeit vor Ostern hätten die niederländischen Hühner auf Hochtouren produzieren müssen. Schliesslich wird ein grosser Teil der Milliarden von Eiern, die sie jährlich legen, gerade jetzt zu Ostern benötigt.

In diesem Jahr aber waren viele niederländische Hennen lustlos, krank und bald danach tot. Ursache: Geflügelpest, Auslöser: Virus H7N7. Obwohl rund 14 Millionen Tiere im Kampf gegen die Ausbreitung vernichtet wurden, tobt das Virus bereits seit sechs Wochen durch die Geflügelställe.

Der niederländische Landwirtschaftsminister Cees Veerman findet keine Ruhe mehr. Was immer er tut - stets ist das Virus weggetaucht, um sich an anderer Stelle unerwartet wieder zu zeigen. Wie es das schafft, bleibt noch ein Rätsel. Dass der Erreger nur durch die Luft übertragen wird, glaubt längst niemand mehr.

Der Minister geht davon aus, dass die Geflügelhalter selbst viel zur Übertragung des Aviären Influenzavirus beigetragen haben. Sie hätten sich zu wenig an die dringenden Appelle gehalten, strikte Hygiene einzuhalten und jeden Kontakt zu anderen Betrieben zu vermeiden, klagt er.

Millionen Menschen starben

Weil neben Hühnern, Puten und Enten auch Säugetiere als mögliche Überträger des Virus identifiziert worden sind, wurde ein generelles Transportverbot für Schweine in allen von Vogelpest betroffenen Gebieten verhängt. Schweine sind bekannt als Träger unterschiedlicher Viren, darunter der Grippeviren des Menschen.

Wenn sich aber bei Schweinen das Virus der Geflügelpest mit dem Virus der menschlichen Grippe mische, könnte ein Monstrum entstehen. "Die Folgen wären katastrophal. Im vorigen Jahrhundert haben drei solcher neuen Viren Millionen Menschen das Leben gekostet", mahnt der Virologe Ab Osterhaus aus Rotterdam.

Mit dem Schweine-Transportverbot hofft man, die Gefahr neuer Infektionen von Geflügelbeständen auszuschalten. "Viel zu spät", klagen einige Geflügelbetriebe. Nach ihrer Ansicht bestand schon lange der Verdacht, dass andere Tiere die Seuche weiter tragen könnten.

Isolierung

Mit der Tötung der 14 Millionen Stück Federvieh wollte man erkrankte Bestände isolieren, um den Rest der Geflügelwirtschaft zu retten. Die wenigsten der vernichteten Tiere waren wirklich krank. Die mit Abstand meisten fielen dem Prinzip "Sicherheitsabstand" zum Opfer.

So wurde ein Gebiet in der Provinz Gelderland mit 25 Prozent aller Legehennen der Niederlande von Tötungstrupps mit Gas und Spritzen leergeräumt. Immerhin: 75 Prozent der niederländischen Geflügelpopulation blieben verschont.

Mit Ausnahme eines kleinen Gebiets an der belgischen Grenze ist die grösste Ansammlung von Höfen der Geflügelwirtschaft, die in der Provinz Noord-Brabant liegt, bislang unversehrt geblieben. Aber im "verseuchten" Gebiet in der Nachbar-Provinz Gelderland lebten 85 Prozent aller Brutküken.

Finanzieller Schaden unklar

Wie gross der finanzielle Schaden für Geflügelhalter, Schlachtereien und Handel sein wird, ist noch unklar. Vor zwei Wochen sprach der Minister von rund 220 Millionen Franken. Die wirklichen Kosten auch für den Wiederaufbau der Bestände werden nach Auskunft der Geflügelwirtschaft sehr viel höher sein.

(Edgar Denter/dpa)

 
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