Krankenkasse wird grösster Kostenblock
publiziert: Samstag, 24. Dez 2005 / 10:15 Uhr / aktualisiert: Samstag, 24. Dez 2005 / 10:59 Uhr

Das Leben in der Schweiz wird auch 2006 teurer. Vor allem die Krankenkassenprämien belasten die Haushalte. Tiefere Preise sind im Detailhandel und bei Versicherungen zu erwarten.

Insgesamt dürften die Konsumenten nächstes Jahr etwas mehr Geld zur Verfügung haben.
Insgesamt dürften die Konsumenten nächstes Jahr etwas mehr Geld zur Verfügung haben.
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Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz müssen im nächsten Jahr tiefer ins Portemonnaie greifen. Allerdings dürfte der Kostenanstieg nicht so kräftig ausfallen wie im laufenden Jahr. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet für 2006 mit einer Teuerung von von 0,8 Prozent, gegenüber einer Rate von 1,2 Prozent für 2005.

Hauptlast Krankenkassen

Das tägliche Leben kommt die Konsumenten in wichtigen Bereichen dennoch deutlich teurer zu stehen. Erneut ist bei den Krankenkassen der grösste Kostenzuwachs zu erwarten, sagt Matthias Nast, Projektleiter Stiftung für Konsumentenschutz, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die Prämien für die Grundversicherung steigen laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) um durchschnittlich 5,6 Prozent. Für viele Leute ist die Belastung besonders gross. Ein Drittel der Bevölkerung kann die Krankenkassenprämien nur mit Mühe oder gar nicht mehr bezahlen, wie eine Studie des Internet-Vergleichsdienstes Comparis zeigt.

Auch Mieten ziehen an

Auch Wohnen dürfte im nächsten Jahr teurer werden. Nast rechnet wegen der wohl anziehenden Hypothekarzinsen mit Mietzinserhöhungen. Die Zeiten der ganz tiefen Zinsen seien vorbei. Im Hinblick auf die aktuelle Stromknappheit werden die Strompreise im Verlauf des nächsten Jahres stiegen, sagte Nast. Bei den Erdölpreisen, die im ablaufenden Jahr die Kosten in die Höhe getrieben haben, dürfte sich eine Entspannung abzeichnen.

Kaffee, Briefe, Bücher

Auch bei einigen kleineren Budgetposten sind höhere Preise zu erwarten. So wird das Café Crème nach Berechung des Schweizer Cafetier Verbandes (SCV) durchschnittlich um 3 Rappen auf 3.57 Franken teurer. Und auch bei einigen Briefpostsendungen steigen die Preise. Der Detailhandel sorgt dagegen für Entspannung in der Haushaltskasse. Die Preise sinken wegen des härteren Discount-Kampfs, wie Nast erklärt. Der Umfang sei allerdings schwer abzuschätzen. Der Buchhandel kündigte eine Preissenkung von 4 Prozent bis Ende 2006 an. Auch für Unterhaltungs- und Büroelektromik müssen die Konsumenten im nächsten Jahr weniger bezahlen. Wegen des Abbaus von Handelsschranken sinken auch die Preise für Textilien.

Billigere Telefontarife

In der Telekombranche verschärft sich der Preiskampf, was wiederum den Konsumenten in Form von billigeren Tarifen zugute kommt. Insbesondere wird gemäss Nast die Internettelefonie für einen zusätzlichen Schub sorgen.

Zu Kostensenkungen führt auch das neue Versicherungsrecht. Neu soll bei Auflösung eines Versicherungsvertrags vor Ablauf des Versicherungsjahrs der Grundsatz der Teilbarkeit der Prämie gelten, also der anteilmässigen Rückerstattung der «nicht verbrauchten» Prämie an den Versicherten.

Etwas mehr Geld in den Händen

Insgesamt dürften die Konsumenten nächstes Jahr etwas mehr Geld zur Verfügung haben. Die Mehrheit der Schweizer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darf mit einer Reallohnerhöhung rechnen, wie eine Beurteilung der Lohnabschlüsse durch den Dachverband der Arbeitnehmenden Travail.Suisse zeigt. Die Lohnerhöhung dürfte zwischen 1,5 Prozent und 2,5 Prozent liegen.

(Iris Kronenberg/sda)

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