Krankenkassen erhöhen Druck
publiziert: Freitag, 14. Jul 2006 / 15:20 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Jul 2006 / 15:37 Uhr

Bern - Die Krankenkassen kämpfen gegen eine schlechte Zahlungsmoral. Seit Jahresbeginn haben sie ein Druckmittel: Sie können den Versicherungsschutz rascher verweigern.

Um den Druck zu erhöhen, wurde Anfang Jahr eine neue Regelung eingeführt.
Um den Druck zu erhöhen, wurde Anfang Jahr eine neue Regelung eingeführt.
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Betroffen sind Tausende - laut Kritikern nicht nur Zahlungsunwillige, sondern auch Zahlungsunfähige. Die Schulden der Versicherten bei den Krankenkassen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, etwa proportional zu den Prämien. Nach Schätzungen von Santésuisse sind gegenwärtig Zahlungen in der Höhe von über 400 Millionen Franken ausstehend.

Die Zahl der jährlichen Betreibungen wird auf eine halbe Million geschätzt. Santésuisse-Sprecher Peter Marbet bestätigte einen Bericht der «Berner Zeitung». Beim grössten Versicherer, der Helsana, waren Ende 2005 111 Millionen Franken Prämiengelder ausstehend und 98 000 Betreibungen hängig, beim zweitgrössten, der CSS, waren es 60 Millionen und 26 000 Betreibungen.

Unterschiedliche Zahlungsmoral

2,9 Prozent des Prämienvolumens seien permanent ausstehend, sagt CSS- Sprecher Stephan Michel. Die Zahlungsmoral variiert von Kanton zu Kanton. Laut Michel ist sie in der Deutschschweiz generell besser als in der Westschweiz und im Tessin. Dies sei teilweise mit der Prämienhöhe zu erklären, aber nicht nur: In Basel etwa sei die Prämie hoch, die Zahlungsmoral aber durchschnittlich.

Der grösste Teil der säumigen Prämienzahler könnte die Rechnungen begleichen, sagt Santésuisse-Sprecher Marbet und gibt zu bedenken, dass bei tiefem Einkommen die Prämien ermässigt oder vergütet werden. Die Leute bezahlten die Krankenkassenrechnung oft deshalb nicht, weil sie keine negativen Folgen befürchteten.

Frühere Sistierung

Um den Druck zu erhöhen, wurde Anfang Jahr eine neue Regelung eingeführt. Die Krankenkassen können den Versicherungsschutz neu schon sistieren, wenn sie eine Fortsetzung der Betreibung verlangen. Gemäss der früheren Regelung musste die Betreibung abgeschlossen sein, es musste also ein Verlustschein vorliegen.

Die Krankenversicherer machen regen Gebrauch vom Druckmittel: Bei der Helsana ist jeden Monat bei rund 4500 Versicherten die Leistungsübernahme sistiert, wie Helsana-Sprecher Thomas Lüthi bestätigte. Die Kasse begleicht die Arztrechnungen in diesen Fällen erst, wenn die Prämien bezahlt sind.

(bert/sda)

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