Proteste gegen Politiker
Krawalle bei mazedonischer Hauptstadt
publiziert: Donnerstag, 14. Apr 2016 / 06:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Apr 2016 / 06:51 Uhr

Belgrad - In der mazedonischen Hauptstadt Skopje haben am Mittwochabend tausende Menschen erneut gegen eine Amnestie für in einen Abhörskandal verwickelte Politiker protestiert. Demonstranten brachen in Büros des Präsidialamts ein und verwüsteten diese teilweise.

4 Meldungen im Zusammenhang
Zwölf Menschen wurden nach Polizeiangaben festgenommen, ein Journalist verletzt. Demonstranten zerbrachen Fensterscheiben, zerstörten das Mobiliar und setzten die Büros in Brand, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Vor dem nahegelegenen Parlament versuchten Anhänger der führenden Oppositionspartei SDSM, einen Polizeikordon zu durchbrechen, der sie von Unterstützern der regierenden VMRO-DPMNE fernhalten sollte. Es kam zu Zusammenstössen.

Telefone abgehört

Mit der Begnadigung aller in einen Korruptions- und Abhörskandal verwickelten Politiker stösst Präsident Djordje Ivanov auf heftigen Widerstand der Opposition. Diese wirft ihm vor, mit dem Entscheid vom Dienstag die politische Krise im Lande noch verschärft zu haben. Auch EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn kritisierte die Amnestie als nicht mit seiner Rechtsauffassung konform.

Die schon mehr als ein Jahr andauernde Krise in Mazedonien war durch illegal abgehörte Telefonate des damaligen Regierungschefs Nikola Gruevski mit seinen engsten Mitarbeitern ausgelöst worden. Die Mitschnitte sollten gross angelegte Korruption, Misswirtschaft, die Drangsalierung der Justiz, Knebelung der Medien und Kriminalisierung politischer Gegner beweisen.

Gruevski hatte die Aufnahmen als Machwerke eines nicht näher bezeichneten ausländischen Geheimdienstes bezeichnet. Sie seien angefertigt worden, um ihn zum Rücktritt zu zwingen.

Nach einer Vermittlung durch die EU hatte man sich auf Neuwahlen am 24. Juni geeinigt, den Termin dann aber auf den 5. Juni verschoben. Allerdings will die Opposition die Wahl boykottieren, weil die Voraussetzungen aus ihrer Sicht nicht erfüllt sind.

Obwohl Gruevski im Januar zurücktrat, wird davon ausgegangen, dass er im Hintergrund noch immer die Strippen zieht. Er dürfte laut Experten massgeblich von der Amnestie profitieren.

(sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Skopje - Im Konflikt um die vorgezogenen Parlamentswahlen am 5. Juni in ... mehr lesen
Nur die VMRO-Partei von Nikola Gruevski will an der Abstimmung teilnehmen. (Archivbild)
Skopje - In Skopje haben am Samstag erneut tausende Menschen für einen Rücktritt des mazedonischen Staatschefs Gjorge Ivanov demonstriert. Sie protestieren gegen eine umstrittene Amnestie ... mehr lesen
Skopje - Zehntausende Menschen haben am Sonntag in Mazedoniens Hauptstadt ... mehr lesen
Zehntausende Menschen haben am Sonntag in Mazedoniens Hauptstadt Skopje den Rücktritt der Regierung gefordert.
Bei den Krawallen sind mindestens 19 Menschen verletzt worden, darunter 15 Polizisten und ein Fotograf.
Skopje - Bei Krawallen im Zuge einer Demonstration gegen die mazedonische Regierung sind mindestens 19 Menschen verletzt worden. Etwa tausend Menschen versammelten sich am Dienstag vor ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der Schriftzug das Dach der Vertretung zieren. mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 6°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen 10°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 4°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 7°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 6°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 10°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten