USA
Krawalle in Ferguson: Polizei setzt Tränengas und Blendgranaten ein
publiziert: Dienstag, 19. Aug 2014 / 16:18 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Aug 2014 / 16:36 Uhr
Proteste in Ferguson, Stars and Stripes und die Stadt stehen Kopf.
Proteste in Ferguson, Stars and Stripes und die Stadt stehen Kopf.

Ferguson - Nach dem Tod eines schwarzen Teenagers kommt die US-Kleinstadt Ferguson nicht zur Ruhe. Die Polizei setzte in der Nacht zum Dienstag erneut Tränengas und Blendgranaten gegen Randalierer ein - und nahm Journalisten fest. Bei den Zusammenstössen gab es sechs Verletzte.

10 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Twitter Hashtag #handsup
Tweets zu den Unruhen in Ferguson.
twitter.com

Aus den Reihen der Demonstranten flogen nach Polizeiangaben Molotowcocktails. In der Menge seien auch Schüsse gefallen, die zwei Menschen verletzten, berichtete die Zeitung «St. Louis Post-Dispatch». Vier Polizisten seien durch Wurfgeschosse verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Mindestens 31 Menschen wurden festgenommen, wie der Polizist Ron Johnson berichtete. Er rief die Bürger auf, in Zukunft tagsüber zu demonstrieren, um sich von Provokateuren abzusetzen. Die Provokateure kämen aus anderen US-Staaten angereist, um Unruhe zu stiften.

Journalisten erinnerte das Vorgehen der hochgerüsteten Polizei an Kriegstaktik. Polizisten hätten vom Dach gepanzerter Fahrzeuge aus ihre Waffen auf Demonstranten gerichtet.

Justizminister reist nach Ferguson

US-Präsident Barack Obama sagte zum Vorgehen der Ordnungshüter in den vergangenen Tagen: «Es gibt keine Entschuldigung für unverhältnismässige Härte der Polizei.» Justizminister Eric Holder werde an diesem Mittwoch nach Ferguson reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Der US-Präsident hatte seinen Urlaub auf der Insel Martha's Vineyard zwei Tage lang für die Regierungsarbeit in Washington unterbrochen. Holder hatte ihn über die Lage in Ferguson informiert. Das Justizministerium und das FBI ermitteln derzeit, wie es zum Tod des 18-jährigen Michael Brown vor zehn Tagen kam.

Journalisten festgenommen

Bei der Berichterstattung über die Proteste wurden auch drei deutsche Journalisten von der Polizei festgenommen. Laut einem Bericht der Zeitung «Die Welt» wurden die Journalisten Ansgar Graw und Frank Herrmann am Montag in Handschellen abgeführt und ins Gefängnis gebracht.

Drei Stunden später wurden sie aber wieder freigelassen. Graw schreibt für die «Welt»-Gruppe, Herrmann für Regionalzeitungen. Der am Montagabend festgenommene «Bild»-Reporter Lukas Hermsmeier wurde am Dienstag wieder freigelassen, wie das das Medienhaus Axel Springer in Berlin bestätigte.

Hintergrund der Festnahme soll die Aufforderung der Polizei gewesen sein, auf einer fast menschenleeren Strasse nicht stehenzubleiben. Die beiden Deutschen versicherten, der Aufforderung gefolgt zu sein. Allgemein hatte die Polizei mit Festnahmen wegen Zusammenrottung gedroht, wenn die Menschen nicht weitergingen.

Auch ein Fotograf von der Agentur Getty wurde am Montag in Ferguson verhaftet. Zuvor waren zwei Reporter in einem Fast-Food-Restaurant festgenommen worden. Ein Kamera-Team von Al-Jazeera soll von der Arbeit abgehalten worden sein.

Der Deutsche Journalisten-Verband erklärte, Übergriffe der Sicherheitskräfte auf Journalisten seien durch nichts zu rechtfertigen. Eine Sprecherin von Reporter ohne Grenzen betonte, Journalisten müssten ihre Arbeit machen können, ohne Angst vor der Polizei zu haben.

Gouverneur rief Nationalgarde

Missouris Gouverneur Jay Nixon hatte am Montag die Nationalgarde nach Ferguson gerufen, um der Polizei zu helfen, Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Danach war die Lage in der Stadt unweit der Metropole St. Louis als ruhig, aber sehr angespannt beschrieben worden. Erste Mitglieder der Nationalgarde trafen bereits in Ferguson ein.

Auslöser der Proteste war die Erschiessung eines schwarzen 18-Jährigen vor zehn Tagen durch einen weissen Polizisten. Auch eine Ausgangssperre von Mitternacht bis 05 Uhr konnte nicht verhindern, dass es seither immer wieder zu Ausschreitungen kam.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Ferguson - Der Gouverneur des ... mehr lesen
Die Proteste flauten in der Nacht ab. (Symbolbild)
US-Justizminister Eric Holder.
Ferguson - Zweieinhalb Wochen nach dem Tod eines schwarzen Teenagers hat US-Justizminister Eric Holder am Mittwoch die von Protesten erschütterte US-Kleinstadt Ferguson ... mehr lesen
Ferguson - Bei neuen Protesten in ... mehr lesen
Die Polizei nahm am Mittwochmorgen einige Demonstranten fest. (Symbolbild)
Der Tatort liege gut drei Kilometer von Ferguson entfernt, berichtete der TV-Sender CNN. (Archivbild)
St. Louis - Unweit der von Protesten erschütterten US-Stadt Ferguson haben Polizisten am Dienstag einen Afro-Amerikaner erschossen. Der 23-Jährige soll zuvor Lebensmittel aus ... mehr lesen
Ferguson - Nach den tagelangen Unruhen in Ferguson hat US-Präsident Barack Obama die Demonstranten wie auch die Polizei zur Zurückhaltung aufgerufen. Die Spannungen halten aber an: Die Polizei nahm am Montag vorübergehend Journalisten fest, unter ihnen zwei deutsche Reporter. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Ferguson - Nach tagelangen ... mehr lesen
St. Louis - Rund 200 Demonstranten haben sich in der Nacht zum Sonntag in der US-Kleinstadt Ferguson über eine Ausgangssperre hinweggesetzt. Die Demonstranten harrten nach Mitternacht (Ortszeit) in der Gegend aus, in welcher der schwarze Jugendliche Michael Brown am 9. August von einem Polizisten erschossen worden war. mehr lesen  1
Ferguson - Eine Woche nach der Tötung eines schwarzen Teenagers ist es in der ... mehr lesen
Seit der Tötung des 18-jährigen Michael Brown am 9. August hatte es in Ferguson tagelang Zusammenstösse zwischen Demonstranten und schwer bewaffneten Polizisten gegeben.
St. Louis - Die Kleinstadt Ferguson im US-Bundesstaat Missouri befindet sich nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen jungen unbewaffneten Schwarzen weiter im Ausnahmezustand. In der ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Kurzfristig ausgerichtete Investoren setzen darauf, mit den Kursschwankungen bei Kryptowährungen Renditen zu erzielen.
Kurzfristig ausgerichtete Investoren ...
Kryptowährungen haben den Geruch des Unseriösen längst abgestreift. Für viele Vermögensblogger und sogar Anlageberater gehören Kryptowährungen inzwischen zu einem gut diversifizierten Wertpapier-Portfolio - wohldosiert natürlich. Dabei haben Bitcoin, Ethereum, Ripple und andere den grössten Hype hinter sich. Ende 2017 erlebten die digitalen Währungen ungeahnte Höchststände. Kurz darauf brachen die Kurse wieder ein und vollführen seitdem Seitwärtsbewegungen mit kleineren Aufs und Abs. mehr lesen 
Publinews Zugegeben, einen «Sprachkurs» zu besuchen, das klingt in erster Linie nach pauken, pauken, pauken. Nur die wenigsten Schüler, Absolventen, ... mehr lesen  
Ein Sprachaufenthalt ist in jedem Alter denkbar. In jungen Jahren festigt ein Sprachaufenthalt die in der Schule erworbenen Sprach- und Landeskenntnisse. Im Erwachsenenalter ist eine Spezialisierung, beispielsweise auf Business-Themen, denkbar.
Während der Reisevorbereitungen sollte auch die Mitnahme geeigneter Zahlungsmittel gut geplant werden.
Publinews Mindestens einmal jährlich in den Urlaub zu fahren, gehört für viele Menschen zum Alltagsleben. Fremde Kulturen und Landschaften zu ... mehr lesen  
Publinews Der Fachbegriff im Bereich der Medizin für eine Bindehautentzündung lautet Konjunktivitis. Diese entsteht selten durch eine Infektion. In den meisten Fällen ist sie eine allergische Reaktion auf unterschiedliche Substanzen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Basel 15°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen 14°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
Bern 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 14°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Genf 16°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten