Unkontrollierbare Zellteilung
Krebsvielfalt in einer Erkrankung nachgewiesen
publiziert: Montag, 18. Nov 2013 / 13:40 Uhr
Wissenschaftler werten Datenbank aus - Strukturvergleich mit Baum. (Symbolbild)
Wissenschaftler werten Datenbank aus - Strukturvergleich mit Baum. (Symbolbild)

London - Ein einzelner Tumor kann aus vielen einzelnen Krebserkrankungen bestehen, die alle eine andere Behandlung benötigen, so das Institute of Cancer Research. Das Team um Mel Greaves hat ein neues Verfahren zur Feststellung der Vielfalt innerhalb einer Erkrankung entwickelt.

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Die Wissenschaftler stellten aussergewöhnliche Unterschiede zwischen Krebszellen fest. Sie halten es für denkbar, dass die neuen zielgerichteten Medikamente versagen, da sie nicht das ganze mutierte Gewebe abtöten können.

Unkontrollierbare Zellteilung

Ein Tumor nimmt mit einer einzelnen Zelle seinen Anfang, die beginnt, sich zu mutieren und unkontrolliert zu teilen. In der Folge mutieren die Krebszellen weiter und werden aggressiver, breiten sich im Körper aus und entwickeln Resistenzen gegen Medikamente. Dieser Vorgang ist chaotisch und führt zu einem vielfältigen Tumor, der Krebszellen enthält, die auf unterschiedliche Art und Weise mutiert sind.

Die Forscher untersuchten die Vielfalt von Krebserkrankungen bei fünf Kindern mit Leukämie. Sie verglichen die Mutationen in einzelnen Krebszellen mit einer Datenbank, in der bereits bekannte Mutationen gelistet waren. Die in Genome Research veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Patienten an zwischen zwei und zehn genetisch unterschiedlichen Leukämien litten.

Laut Greaves verfügt jeder Patient über einen völlig neuen «Baum», leidet nicht an einem Krebs, sondern an verschiedenen Krebsarten. «Das ist ein wirklicher Fortschritt, diese aussergewöhnlich komplexe Vielfalt erkennen zu können. Er hilft zu erklären, warum es so schwierig ist, fortgeschrittene Erkrankungen zu behandeln», unterstreicht Greaves die Bedeutung der Forschungsergebnisse.

Eine Krebserkrankung kann mit der Struktur eines Baumes verglichen werden. Die ersten Mutationen, der Stamm sozusagen, ist bei allen Krebszellen gleich. Dann breitet sich der Tumor aber aus. Das bedeutet, dass eine Behandlung, die nur auf einen Ast oder eine Unterart des Krebses abzielt, den Krankheitsverlauf zwar verlangsamen, aber nicht stoppen kann.

Hochspezialisierte Therapien

«Das Abschneiden der Äste ist einfach, aber das Fällen des Baumes sehr schwer», sagt Charles Swanton vom University College London Cancer Institute . Für die aktuelle Studie wurde Leukämie untersucht, die über weniger Vielfalt verfügt als andere Arten von Krebs. Andere Tumore wie Melanome könnten möglicherweise über Hunderte Äste verfügen.

Fachmann Greaves zufolge ist es aufgrund dieser Forschungsergebnisse von entscheidender Bedeutung, Therapien zu entwickeln, die auf den Baumstamm selbst und nicht nur die Äste abzielen. Laut dem Forscher könnte es auch sinnvoll sein, sich auf das Umfeld des Krebses zu konzentrieren.

«Wenn sich der Krebs wie andere Arten in einem Lebensraum verändert, warum sollten wir dann nicht auf diesen Lebensraum abzielen, also auf die Blutgefässe, die für den Sauerstoff zuständig sind oder Entzündungen.» Zusätzlich gehe es darum, Krebserkrankungen früh zu erkennen, bevor sie zu vielfältig für eine Behandlung geworden sind.

 

 

(tafi/pte)

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