Krieg im Gazastreifen: Acht Tote
publiziert: Donnerstag, 3. Aug 2006 / 16:10 Uhr

Beirut - Israelische Soldaten haben bei einem Einsatz im Süden des Gazastreifens mindestens acht Palästinenser getötet, darunter ein Kind.

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Mehr als 20 Palästinenser seien verletzt worden, teilte ein Spital in der Stadt Rafah mit.

Unter den Getöteten seien mindestens fünf Mitglieder militanter Gruppen, hiess es in Rafah. Soldaten suchten bei Rafah nach Tunneln, sagte eine Militärsprecherin in Tel Aviv. Die Stadt liegt unmittelbar an der Grenze zu Ägypten.

Nach palästinensischen Angaben gab es Schiessereien zwischen bewaffneten Palästinensern und Soldaten. Die israelische Luftwaffe habe mehrere Angriffe geflogen.

Zuvor war bereits bekannt gegeben worden, dass bei einem Angriff auf Rafah ein Mitglied des bewaffneten Arms der Organisation Islamischer Dschihad getötet worden war.

Luftangriffe auf Beirut

In der Nacht hatte die israelische Luftwaffe ihre Angriffe auf die von der radikal- islamischen Hisbollah kontrollierten Vororte Beiruts wieder aufgenommen. Wie die libanesische Polizei berichtete, wurden zwei Stadtteile im Süden der Hauptstadt attackiert.

Mindestens vier schwere Detonationen seien in der ganzen Stadt zu hören gewesen. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Es waren die ersten Angriffe auf die libanesische Hauptstadt seit der vorübergehenden Aussetzung der Luftangriffe am Montag.

Zuvor waren bei Luftangriffen östlich der Hafenstadt Tyrus sieben Zivilpersonen getötet worden. Fünf Menschen starben im Dorf Jarun.

Inzwischen veröffentlichte die israelische Armee erste Ergebnisse einer internen Untersuchung eines Luftangriffs auf ein Haus in der südlibanesischen Ortschaft Kana. Der Angriff, bei dem am vergangenen Sonntag Dutzende Menschen ums Leben gekommen waren, hatte international Empörung ausgelöst.

Waffenversteck in Kana?

Der Angriff sei auf Grundlage der Information erfolgt, dass die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Ort Waffen verstecke und ihre Kämpfer in den Häusern Schutz suchten, heisst es im Bericht. Ob entsprechende Informationen auch speziell für das angegriffene Haus vorlagen, wird jedoch nicht deutlich.

Zugleich wird darauf verwiesen, dass die Bevölkerung Kanas mehrfach zum Verlassen der Ortschaft aufgefordert worden war. Man sei deshalb davon ausgegangen, dass sich keine Zivilpersonen im Zielgebiet aufgehalten hätten.

Unterschiedliche Angaben über Tote

Bei dem Angriff auf das dreigeschossige Wohnhaus in Kana waren nach offiziellen libanesischen Angaben 56 Zivilisten getötet worden. Dagegen teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mit, dass nach ihren Untersuchungen nur 28 Menschen den Tod gefunden hätten. 13 werden noch vermisst.

Die Abweichungen ergeben sich der Organisation zufolge aus der irrigen Annahme, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs 63 Menschen im Gebäude befunden hätten. Tatsächlich sei es aber mindestens 22 Personen gelungen, das Haus noch vor dem Angriff zu verlassen.

(fest/sda)

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